Das Städtli im Zeichen der Zwiebel
Vor dem Markt kommt die Arbeit, und das nicht zu knapp. Bereits im August haben freiwillige Helferinnen des Frauenvereins einen ganzen Tag lang 170 Kilo Zwiebeln geputzt, auf Hochglanz poliert und zu Zöpfen geflochten. Seither trocknen sie im Estrich der alten Milchhütte, die gleichzeitig das Klublokal des Vereins ist. «Die Zwiebeln verströmen einen ziemlich starken Duft», lacht Renate Rieder, die Präsidentin des Vereins.
Einstmals produzierte der Frauenverein die Zwiebeln für die Zöpfe selber. 1989 wurde der Pflanzblätz jedoch aufgegeben – mangels freiwilliger Gärtnerinnen. Nach mehreren Produzentenwechseln kaufen die Frauen die Zwiebeln heute von der Stiftung Palme in Pfäffikon.
Erstmals mit Alphornbläsern
Aber nicht nur die Zwiebelzöpfe macht der Frauenverein selber, auch die Verköstigung der Marktbesucher ist grösstenteils Sache des Vereins. Es gibt ein Kuchenbüffet, Waffeln, Kürbissuppe – und natürlich Zwiebelwähe, die so gut sein muss, dass das Rezept nicht verraten wird (das unten stehende Rezept ist denn auch nur eine Annäherung). Ausserdem wird gegrillt, und die Besucher können sich mit Früchten, Gemüse, Käse und Backwaren eindecken. Oder mit Blumengestecken und -sträussen, welche ebenfalls von den Helferinnen zusammengestellt wurden. Ergänzend dazu verkauft der Gartenverein Kürbisse, und Senioren präsentieren ihre Handarbeiten.
Für die musikalische Unterhaltung ist wie jedes Jahr das Trio Storchennest zuständig, anlässlich des Jubiläums ergänzt durch die Alphornbläser Uster. Für die Kinder steht ein Karussell bereit.
Der Erlös des Marktes geht an das Blaue Kreuz. Als der Böllemärt 1967 zum ersten Mal durchgeführt wurde, waren 3500 Franken zusammen gekommen, welche die Frauen für einen Gemeindesaal gespendet hatten.
2018 nicht mehr im Städtli
Wegen des Umbaus des Landenberghauses wird der Böllemärt nächstes Jahr nicht mehr im Städtli durchgeführt. Gemäss Renate Rieder käme dann allenfalls der Parkplatz neben der «Alten Kanzlei» in Frage, auf dem jeweils der Wochenmärt stattfindet. Immerhin würde damit der Transport der Zwiebelzöpfe entfallen – den übernehmen jeweils Gemeindemitarbeiter –, da sich das Klubhaus des Frauenvereins gleich daneben befinden. «Die Atmosphäre im Städtli wird aber sicher fehlen.»
Zum gluschtig machen: Rezept für Zwiebelwähe
Teig:
250 g Mehl
½ TL Salz
120 g Butter (in Stücken, kalt)
0,5 dl Wasser (kalt), reicht für ein Blech (Ø 30 cm)
Belag:
700 g Zwiebeln (in Streifen)
100 Gramm Speckwürfeli
1 TL Zucker, Salz, Pfeffer
Guss:
3 Eier
1,5 dl Halbrahm
1 dl Milch
75 g geriebener Gruyère
1 TL Senf
Salz, Pfeffer, Muskat
Für den Teig Mehl und Salz mischen, Butter zufügen, mit den Händen zerreiben, bis feine Krümel entstehen. Wasser beifügen und zu einem Teig zusammenfügen, aber nicht kneten. Teig in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kühl stellen.
Zwiebeln und Speck in Bratbutter kurz anbraten, Zucker beifügen, unter Rühren kurz weiterbraten, würzen, auskühlen lassen.
Blech mit Butter bestreichen, Teig auswallen und im Blech auslegen. Mit einer Gabel den Teigboden dicht einstechen und die Zwiebeln gleichmässig darauf verteilen.
Alle Zutaten für den Guss gut verrühren, über die Zwiebeln giessen. Backen zirka 35 min. auf der untersten Rille des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Am besten warm servieren. (zo)

