Winterthurer produziert Hits für Schweizer Rapper
«Jetzt muss noch eine Kick rein. Das würde den Beat abrunden.» Konzentriert sitzt Dominik Perino vor seinem Monitor in seinem Musikstudio in Winterthur Hegi. Der 22-Jährige beschäftigt sich gerade mit einem neuen Instrumental, das er vor einigen Tagen begonnen hat. «Darauf könnte ich mir einen tiefgründigen Song vorstellen», fügt der Winterthurer an.
Der unter seinem Künstlernamen bekannte Perino produziert seit seinem elften Lebensjahr Musik. Diese Leidenschaft hat er über einen Freund entdeckt. Beigebracht habe er sich aber alles selber. «Ich merkte schnell, dass ich ein Gehör für verschiedene Musikstils habe.»
Schweizer Rapper lobt ihn
Vor etwa fünf Jahren kam er dann über einen anderen Produzenten mit dem Schweizer Rapper Mimiks in Kontakt. Dieser veröffentlichte im April 2017 sein drittes Album «Jong&Hässig Reloaded», seine Tracks zählen rund 330‘000 Klicks auf Youtube. «Nachdem ich ihm einige Probebeats geschickte hatte, lobte er mich an einem Konzert dafür und bat mich, ihm noch mehr zuzustellen», erinnert sich Perino.
Der Track «Beastmode» wurde vom Winterthurer Dominik Perino produziert (Quelle: Youtube).
Unerwartet durch die Decke gegangen
Das habe er auch getan. «Ich schickte ihm einen Probebeat, von dem ich nicht allzuviel erwartete, mir aber trotzdem irgendwie gefiel», erinnert sich Dominik Perino. Daraufhin habe er sechs Monate nichts von Mimiks gehört. «Ich hatte den Beat schon fast vergessen, als er mir plötzlich eine Probeaufnahme schickte. Sein einziger Kommentar war ‹Das wird chrank Broh›.» Nach weiteren Monaten der Überarbeitung wurde aus einem Beat schliesslich einer der grössten Hits von Mimiks: der Track «Beastmode».
Auf Youtube zählt dieser 283’000 Klicks, live rappt das Publikum lauthals mit. «Ich hätte niemals gedacht, dass man auf diesem Beat so geil rappen kann», gibt Perino im Nachhinein zu. Durch die Line «Perinobeat, fickt de Rescht» brachte ihm der Track auch einen gewissen Bekanntheitsgrad ein. «Ich fühle mich geehrt, so auf dem Track erwähnt zu werden.»
Keine vorgegebene Struktur
Während dem Produzieren gebe es aber keine Vorgehensweise, die Erfolg verspreche. Perino arbeitet nach Gefühl und Gehör. «Es gibt Tage, an denen ich Stunden an einer Melodie oder einem Element feile und trotzdem nicht auf einen grünen Zweig komme. Am besten schiebt man den Beat dann zur Seite, um den Kopf zu lüften», erzählt der 22-jährige. Die Zeit, die man für einen Beat aufwende, spreche nicht für oder gegen dessen Qualität.
Bekanntschaft mit den Schattenseiten gemacht
Für ihn sei das Produzieren mehr als nur ein Hobby. «Ich mache es aus Leidenschaft. Und weil ich weiss, dass ich Talent dafür habe», erzählt der Winterthurer schmunzelnd. Er würde sich laufend versuchen zu verbessern und seine Schwächen auszubauen. «Ich bin unglaublich froh um jede Kritik. Diese hilft mir, meine Musik weiterzuentwickeln.»
Jedoch gebe es auch Schattenseiten am Musikbusiness. «Gerät man als Produzent an ein falsches Label, kann das Konsequenzen mit sich ziehen. Undankbarkeit oder das Ausbleiben der Bezahlung sind nur zwei davon», gibt der Winterthurer zu bedenken. Und fügt an: «Leider wurde auch ich in früheren Jahren schon ausgenutzt. Davon lasse ich mich aber nicht vom Musikmachen abhalten.»
Die Single «Madonna» in Zusammenarbeit mit dem Sänger Aleksej ist die erste Eigenproduktion von Perino (Quelle: Youtube):
Motrip als Referenz
Neben diversen Tracks für Mimiks hat Perino auch schon für andere namhafte Grössen produziert. Dazu gehören zum Beispiel der Deutschrapper Motrip oder die Rapperin Lumaraa.
Momentan arbeite er an einem Projekt mit dem Ustermer Rapper Freezy, aber auch Eigenproduktionen stehen auf dem Plan. «Vor zwei Monaten veröffentlichte ich mit ‹Madonna› meine erste eigene Single. In diese Richtung soll meine Musik zukünftig gehen.»

