30 Jahre American Football in Winterthur
Sie gehören in die Winterthurer Sportszene wie der FC Winterthur oder Pfadi Winterthur. Mit den rot-gelben Tenues, den breiten Rüstungen unter den Trickots und den Helmen mit dem steigenden Pferd wirken sie majestätisch. Die Rede ist von den Winterthur Warriors.
Der Footballverein wurde am 28. August 1987 gegründet. 30 Jahre liegen mittlerweile auf seinem Buckel. Manuel Aeberli ist seit über 20 Jahren dabei, seit 2005 fungiert er als Kommunikationsverantwortlicher. «Es macht mich immer stolz, einen Blick in die Vergangenheit der Warriors zu werfen. Vielen Mitgliedern ist gar nicht bewusst, wie alt der Verein schon ist, da sie selbst jünger sind. Für uns alte Hasen hat die Geschichte aber eine persönliche Bedeutung», erzählt der 40-Jährige.
Von Zürich nach Winterthur
Ein Rückblick. Der Gründer Thomas Agoston, in der Eulachstadt geboren und aufgewachsen, vermisste die amerikanische Nationalsportart in Winterthur. Lange spielte er für die Zürcher Renegades, entschied sich dann aber, die Sportart hierhin zu holen. «Offensichtlich hat ihm Winterthur besser gefallen als die Stadt an der Limmat», sagt Manuel Aeberli schmunzelnd.
Die Mobilisierung der Spieler sei damals bestimmt kein Zuckerschlecken gewesen. «Man muss bedenken, dass es zu dieser Zeit noch keine sozialen Netzwerke gab. Es musste also einiges an Aufwand betrieben werden, um die Sportart bekannt zu machen», erzählt Manuel Aeberli.
Potenzielle Spieler wurden mit Flyern oder durch Zeitungsartikel aufgefordert, dem Club beizutreten oder in ein Probetraining zu kommen – am besten noch mit dem besten Freund im Schlepptau.
Jugendmannschaft war umstritten
Jahr für Jahr wuchs das Interesse für American Football. Etwa fünf Jahre nach der Gründung der Warriors konnte die U19-Mannschaft ins Leben gerufen werden. «Dieses Team wurde und wird immer noch sehr eng mit der ersten Mannschaft geführt», betont Manuel Aeberli. Vor circa sieben Jahren kam die U16-Mannschaft dazu. «Einzelne Vereine sprachen sich ab und kamen zum Schluss, dass eine zweite Jugendkategorie geschaffen werden musste. Die physischen Unterschiede zwischen 12- und 18-Jährigen waren einfach zu gross», erzählt der 40-Jährige.
Dieser Entscheid sei aber umstritten gewesen: «Viele Clubs scheuten den Aufwand, ein weiteres Team zu schaffen.» Nicht so bei den Winterthur Warriors. Durch private Unterstützung wurde ein Grundstock an Ausrüstung für die neuen Spieler angeschafft, das Juniorenprogramm lief erfolgreich an. «Dieses Team bildet schlliesslich die Basis für den stetigen Strom an neuen Spielern in der U19 und der ersten Mannschaft», betont Manuel Aeberli.
Ganz oben in der Sportszene
Heute zählt der Verein der Winterthur Warriors über 400 Mitglieder, davon ca. 280 Aktivmitglieder, die erste Mannschaft spielt in der Nationalliga A. Obwohl American Football in der Schweiz nach wie vor als Randsportart gilt, haben sich die Winterthur Warriors ihren Platz in der Eulachstädter Sportszene erkämpft. Jedoch erlitten sie auch Rückschläge. Vor einigen Wochen brannte fast das komplette Materiallager der Winterthur Warriors am Oberen Deutweg aus. «Der hohe Verlust von Trainingsmaterial und Trikots schmerzt unglaublich», bedauert er.
Es freue ihn aber, wie viel Unterstützung der Verein von aussen erhalte. So startete zum Beispiel Reto Bachmann, Inhaber von den Haarsalons Intercoiffeure Reto Bachmann und Galati&Bachmann Intercoiffeur am vergangenen Mittwoch eine Spendenaktion. Der gesamte Umsatz von diesem Tag kam den Winterthur Warriors zu Gute. «Das Angebot kam völlig unerwartet. Wir sind unglaublich froh darüber», schwärmt Manuel Aeberli.
Die bitterste Niederlage, die auf dem Feld eingesteckt werden musste, war wohl das verlorene Relegationsspiel im Jahr 2010. «Diese Niederlage führte zum Abstieg in die Nationalliga B. Die Warriors kämpften sich aber nach kurzer Zeit wieder nach oben», so der Kommunikationsverantwortliche.
Meistertitel soll nach Winterthur
Ziel ist es, diese Leistungen zu halten. «Wir möchten uns an der Spitze der Nationalliga A positionieren und halten. Ausserdem soll der Meistertitel schon bald in Winterthur gefeiert werden können», erläutert Manuel Aeberli.

