Politik

Das strebt die Gaiwo bei den Alterswohnungen in Seuzach an

Die Seuzacher entscheiden an der nächsten Gemeindeversammlung am 18. September, ob die Schneckenwiese im Baurecht an die Gaiwo abegeben wird. Die Genossenschaft will dort rund 55 Alterswohnungen bauen lassen. Laut Gaiwo-Geschäftsführer Samuel Schwitter bestehe dafür im Dorf eine grosse Nachfrage.

Das strebt die Gaiwo bei den Alterswohnungen in Seuzach an

Die Pläne für die rund 55 Alterswohnungen auf der Schneckenwiese  haben schon einige Hürden genommen. Mitte Juli genehmigte der Seuzacher Gemeinderat den Baurechtsvertrag, den mit der Winterthurer Genossenschaft Gaiwo abgeschlossen werden sollte. Zuerst muss der Vertrag aber an der Gemeindeversammlung am 18. September genehmigt werden.

Baurecht würde für 60 Jahre abgegeben

Der Baurechtsvertrag sieht vor, dass die Schneckenwiese im Baurecht für 60 Jahre an die Gaiwo abgegeben wird. Das Baurecht kann zweimal um jeweils 15 Jahre verlängert werden. Bereits im Rahmen des Investorenwettbewerbs im Frühling 2016 war dies so definiert worden.

Das Gaiwo-Konzept für die Alterswohnungen sieht vor, mit begleitetem Wohnen den älteren Seuzachern geeigneten, möglichst günstigen Wohnraum anzubieten. Wie hoch die Mieten ausfallen werden, ist gemäss Geschäftsführer Samuel Schwitter noch unklar. Er sagt: «Der momentane Stand des Projekts lässt noch keine konkrete Aussagen zu.»

Was ist aus Sicht der Gaiwo die generelle Vision hinter den geplanten Seuzacher Alterswohnungen?

Samuel Schwitter: Unser Zweck ist es, Betagten und Invaliden aus Seuzach geeigneten, möglichst günstigen Wohnraum anzubieten und zu verwalten. Dazu gehört, mit begleitetem Wohnen das entsprechende Umfeld für Bewohnerinnen und Bewohner bereitzustellen. Sie sollen möglichst lange in Selbständigkeit leben können. Bei der Mieterschaft unserer Wohnungen handelt es sich vorwiegend um Einpersonen-Haushalte. Das Konzept der Gaiwo lebt davon, dass sich die Mieterinnen und Mieter gemäss ihrem Wunsch und ihren Möglichkeiten auch ins Gemeinschaftsleben einbringen können.

Die Gaiwo wurde vor über 60 Jahren gegründet:
Die Gaiwo wurde 1956 als eigenständige, unabhängige und sozial ausgerichtete Wohnbaugenossenschaft gegründet. Träger der Winterthurer Genossenschaft sind die Stadt, verschiedene Unternehmen und gemeinnützige Institutionen sowie Privatpersonen. Die Winterthurer Genossenschaft stellt aktuell mit 560 Wohnungen in 19 Siedlungen einen Grossteil der Alterswohnungen in der Eulachstadt – die meisten davon im preisgünstigen Segment. 

Wie kann sich die künftige Bewohnerschaft ins Gemeinschaftsleben einbringen?

Gelebte Nachbarschaft ist sicher die beste Möglichkeit, sich ins Gemeinschaftsleben einzubringen. Durch die Siedlungsleiterin werden Anlässe für und mit den Mietern organisiert. Jede Beteiligung ist willkommen. Das reicht vom einfachen Teilhaben übers Helfen beim Tischen, Abräumen und Mitbringen von Kuchen oder Salaten bis zur eigenverantwortlichen Organisation von Anlässen wie Kaffee- und Spielnachmittagen, Basaren oder Vorträgen. Dabei berücksichtigen wir immer die persönlichen Ressourcen, und alles ist freiwillig.

Interessenten konnten sich bei der Gaiwo melden, um allfällige Fragen zu klären. Was brannte diesen besonders unter den Fingernägeln?

Aus den Gesprächen entnahmen wir, dass ein grosser Bedarf und Wunsch nach altersgerechtem Wohnraum besteht. Natürlich war auch eine wichtige Frage, wie die Vermietungskriterien aussehen. Vermietet werden die Wohnungen vorrangig an Personen ab 55 Jahren, die seit mindestens zehn Jahren in Seuzach wohnen. Die angebotenen Drei-Zimmer-Wohnungen sollten in der Regel durch zwei Personen belegt werden.

Wo sehen Sie die Stärken des Projekts?

Die insgesamt 57 geplanten Alterswohnungen sollen in Zusammenarbeit mit Hinder Kalberer zeitgemäss, kostengünstig und attraktiv sein. Sämtliche Wohnungen sind übers Eck ausgerichtet, was viel Sonne und einen interessanten Ausblick garantieren wird. Die ebenerdigen Waschküchen sollen der Mieterschaft als Begegnungsort dienen. 

Wie teuer werden die verschiedenen Mietwohnungen sein?

Der momentane Stand des Projekts lässt noch nicht zu, konkrete Aussagen zu den Mietzinsen zu machen. Der Gemeinderat Seuzach fordert allerdings, dass wir günstige Mietwohnungen auf der Basis der Kostenmiete im gemeinnützigen Wohnungsbau der Stadt Zürich anbieten. Damit sind die Mieten der Spekulation entzogen, was langfristig zu preiswerten Mietzinsen führt.

Weshalb ist Stockwerkeigentum nicht möglich?

Die Schneckenwiese liegt in der Zone für öffentliche Bauten. Diese ist für Bauten bestimmt, die den öffentlichen Interessen dienen. Deshalb werden auf der Schneckenwiese eine Bibliothek, ein Spitex-Stützpunkt und Tagesstrukturen für Kinder entstehen. Gleichzeitig dürfen die Alterswohnungen nicht als Familienwohnungen zweckentfremdet werden. Um dies sicherstellen zu können, hat sich die Gemeinde Seuzach bereits beim Investorenwettbewerb richtigerweise gegen Wohneigentum ausgesprochen.

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