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Krampfhaftes Erholen am Greifensee

Das Schweizer Fernsehen legt in einer Themenwoche den Fokus auf das «Naherholungsgebiet als Kampfzone» in der Region Zürich. Bereits in der ersten Folge, die am Montag, 28. August ausgestrahlt wurde, zeigte das SRF-Team auch Konflikte rund um den Greifensee auf.

Bei schönem Wetter wird das Greifenseeufer zum Publikumsmagnet. (Archivbild: zvg)

Krampfhaftes Erholen am Greifensee

In der Seebadi Niederuster liegen die Badigäste wie Sardinen nebeneinander, Velofahrer und Spaziergänger kommen sich auf den Wegen in die Quere und die Autofahrer finden keinen Parkplatz – an einem schönen Wochenende herrscht am Ufer des Greifensees ein wildes und zum Teil chaotisches Treiben. Und trotzdem sind alle aus dem gleichen Grund gekommen: Der Wunsch nach Entspannung.

Das Schweizer Fernsehen zeigt in der Sendung «Schweiz aktuell» während einer Woche Konflikte in beliebten Naherholungsgebieten auf. Dies neben dem Üetliberg, dem Rhein oder dem Sihlwald auch am Ufer des Greifensees.

Seebesucher nehmen Bussen in Kauf

Die meisten Besucher kommen mit dem Auto an den See. Die Suche eines Parkplatzes gestaltet sich darum schwierig. Und obwohl die Stadtpolizei regelmässig Bussen ausstellt, scheinen die Autofahrer unverbesserlich zu sein. Der SRF-Beitrag zeigt, dass Seebesucher sogar lieber die 40 Franken Busse für das Falschparkieren zahlen, als ihr Auto wegzubewegen.

Ruhe und Besinnlichkeit findet man fast nur auf dem See selbst – doch auch da gibt es Probleme. Denn Stand Up Paddler, die sich mehr als 300 Meter vom Ufer entfernt aufhalten, müssten etwa eine Schwimmweste mittragen und werden vom Seerettungsdienst entsprechend darauf hingewiesen.

Doch auch am Abend wird es am Ufer lange nicht ruhiger. Im Gegenteil. Die Stadtpolizei patroulliert regelmässig am See und weist Feierwütige vorzeitig darauf hin, laute Musik abzudrehen, bevor es Klagen hagelt.

Stadtflucht als Problem

Konflikte an allen Ecken – Therese Lehmann, Tourismusforscherin an der Universität Bern hat sich dem Thema «Naherholungsgebiet als Kampfzone» angenommen. Der Grossandrang in der Erholungszone erklärt sie mit der Stadtflucht-These. «Je dichter man wohnt, desto mehr hat man das Bedürfnis, aus der Stadt heraus zu gehen», sagt Lehmann.

 Stadtflucht verhindern ist ihr Ausweg aus der immer drängender werdenden Situation. «Wenn man Wohnraum schafft, ist es ebenso wichtig, auch Erholungsraum und Grünflächen zu schaffen», sagt sie. Dabei sei das Element Wasser, das so viele an den Greifensee zieht, auch in einer Stadt ein wichtiges. «Dieses kann man in der Stadt ebenfalls benutzen, etwa mit künstlichen Seen, Schwimmbädern oder Springbrunnen – die sollen die Leute dazu animieren, die Stadt gar nicht erst zu verlassen.

Kostenpflichtiger Seezugang?

Doch auch rund um den Greifensee gäbe es laut der Tourismusforscherin Möglichkeiten, das Angebot zu erweitern. «Der See muss nicht das einzige Ziel bleiben, auch in den Feldern und im Wald auf dem Weg an den See kann man bereits viel erleben.» Den Seezugang kostenpflichtig zu machen, um die Menschenmassen zu kontrollieren, hält sie für eine mögliche Variante. «Gebote oder Verbote sind natürlich die höchsten Massnahmen », sagt Lehmann. Eine Kostenpflicht nur zu Stosszeiten einzuführen wäre für sie eine mögliche Light-Version.

«Schweiz aktuell» berichtet noch bis am 1. September täglich um 19 Uhr auf SRF1 über die «Kampfzone Naherholungsgebiet». Auf der Website von SRF sind die Sendungen nach der Ausstrahlung ebenfalls zu sehen. 

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