Die schlechte Nachricht kam kurz vor den Sommerferien: «Die Lehrverträge für die Ausbildung zum Interactive Media Designer in der Firma Content Makers werden nicht genehmigt», schreibt das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt in seiner Verfügung und zerschlägt damit die Hoffnung zweier angehender Lehrlinge. Einer davon ist Janos Nerling aus Ebnat-Kappel SG. Der 16-Jährige hat ein zwölfmonatiges Praktikum bei den Content Makers hinter sich – das Standardverfahren für die Aufnahme in den von Jugendlichen selbst geführten Brüttiseller Lehrbetrieb, der ausserdem Mediamatiker und Kaufleute ausbildet.
«Wegen der Absage muss ich nun nochmals ein Praktikumsjahr anhängen, denn für die Suche nach einem anderen Ausbildungsplatz ist es längst zu spät», sagt Nerling. Die letzte Möglichkeit sei, dass jemand diesen Artikel lese und ihm eine Stelle anbiete. Dass diese Chance nicht gross ist, weiss er. Denn Lehrstellen für Interactive Media Designer sind ein knappes Gut. Schliesslich gibt es den Beruf, bei dem es um die Entwicklung und Realisierung von interaktiven digitalen Kommunikationsmitteln geht, erst seit drei Jahren.
Amt will keine Stellung nehmen
Neben dem «verlorenen Jahr» kommt für Nerling dazu, dass er die bereits bestandene Aufnahmeprüfung für die Berufsmittelschule wiederholen muss, weil die nur eine beschränkte Zeit gültig ist. Am meisten Sorgen macht ihm aber das weitere Jahr ohne Schule. «In einem Jahr Praktikum vergisst man noch nichts, aber danach wird es womöglich zum Problem, weil man den Anschluss verlieren kann.»
Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt wollte gegenüber «Züriost» mit Hinweis auf das laufende Verfahren keine Stellung nehmen. In seiner Verfügung begründet das Amt den Entscheid in erster Linie damit, dass der Betrieb nicht über genügend qualifizierte Fachkräfte pro Auszubildenden verfüge, da in der Firma bereits zwei Interactive Media Designer ausgebildet würden.

