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Nahe bei den Wurzeln der Soulmusik

Die schottische Soulsängerin Emeli Sandé (30) tritt am Samstag, 12. August, bei «Stars In Town» in Schaffhausen auf. Im Interview spricht sie über die Reise zu ihren afrikanischen Wurzeln, die Verarbeitung ihrer Scheidung und ihren speziellen Look.

Nahe bei den Wurzeln der Soulmusik

Die Schottin Emeli Sandé sorgt seit 2011 mit ihrer Sopran-Soulstimme für Furore. Ihr Debütalbum «Our Version Of Events» stand 80 Wochen in der Schweizer Hitparade. Mit ihrer zweiten CD «Long Live The Angels» tritt Sandé am 12. August bei «Stars In Town» auf. Weitere Acts am Samstag sind Pegasus, Seven und The Rising Lights. Das fünftägige Festival auf dem Herrenacker in der malerischen Schaffhauser Altstadt beginnt am 8. August. Highlights versprechen auch die Konzerte von Bryan Adams, Toto, Roger Hodgson, Silbermond, Züri West, Mark Forster, Lovebugs und George Ezra zu werden.

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Emeli Sandé, seit wann können Sie unter Wasser atmen?
Emeli Sandé: Der Titel «Breathing Underwater» kam mir beim Schreiben des Songs plötzlich in den Sinn, weil ich gemerkt habe, dass ich in meine Ängste eintauchen, mich ihnen stellen muss, wenn ich sie überwinden will. Wenn du dann merkst, dass alles nicht so schlimm ist und du wieder glücklich sein kannst, ist das ein unheimlich befreiendes Gefühl – als ob du unter Wasser atmen könntest.

Was haben Sie aus den Höhen und Tiefen seit Ihrem Durchbruch mit «Heaven» gelernt?
Ich versuche jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt, am Boden zu bleiben, nie extrem nach links oder rechts auszuscheren, sondern meine Balance zu finden. Das war meine wichtigste Lektion.

Nennen Sie Ihre CD «Long Live The Angels», weil Sie in den letzten Jahren oft einen Schutzengel benötigten?
Ja, und diese Schutzengel waren die Leute in meinem Umfeld.

Wie schwierig ist es, die schmerzvolle Erfahrung einer Scheidung in ein Lied wie die aktuelle Single «Hurts» zu verwandeln und immer wieder zu singen?
Diesen Song in einer Zeit zu schreiben, in der die Gefühle stark waren, fiel mir leicht. Ihn nun live zu interpretieren, tut mir nicht weh – im Gegenteil, ich geniesse es sogar, weil er für mich als Künstlerin in verschiedener Hinsicht von Bedeutung ist und durch die künstlerische Verarbeitung eine andere Qualität bekommen hat.

Wie wichtig war es für Sie, dass Sie zuvor erstmals die Heimat Ihres Vaters besucht hatten?
Die Reise nach Sambia war für mich von grosser Bedeutung und hat in mir viel ausgelöst. Ich denke,  ich musste sie machen, um mich vollständig zu fühlen.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Ich lernte viel über die Gemeinschaft. Ich beobachtete, wie sich die Teenager um die jüngeren Geschwister kümmerten, und welche Rolle die Grossmütter in der Grossfamilie und im Dorf spielen. In Grossbritannien ist das verloren gegangen.

Welche musikalische Inspiration haben Sie verspürt?
Wenn abends gemeinsam a capella gesungen wurde, fühlte ich mich durch diese rituelle Erfahrung den Wurzeln der Soulmusik, die letztlich in Afrika liegen, sehr nahe. 

Unterstützen Sie dieses Dorf nun?
Ja, ich lasse neue Brunnen und Häuser bauen, finanziere einen Generator für die Elektrizität und einen Schulbus. Ich kann es kaum erwarten, wieder hinzufliegen und zu schauen, wie sich alles verändert hat. Vielleicht kann ich dort sogar einmal ein Konzert geben. Das wäre toll!

Sie haben schon Songs für Alicia Keys, Rihanna oder Katy Perry geschrieben. Sind Sie Ihnen schon begegnet, seitdem Sie selbst ein Star geworden sind?
Ja, ich habe sie getroffen. Es hat mich sehr gefreut, dass sie mir als Künstlerin und Songwriterin ihren Respekt zollten, da sie noch immer eine Inspirationen für mich sind. Ausserdem war es hilfreich, von ihnen Ratschläge zu bekommen, wie man mit den Schattenseiten der Musikindustrie umgeht, da sie logischerweise viel mehr Erfahrung haben.

Wann haben Sie eigentlich Ihren speziellen Look entwickelt?
Ich habe immer gerne mit meinen Haaren experimentiert und Tattoos geliebt. Im Medizinstudium waren sie jedoch verpönt. Erst als ich nach London kam und mich voll auf die Musik konzentrierte, konnte ich meine kleine Rebellion leben. Die Frisur verdanke ich meiner Coiffeuse in Süd-London, die als Erste meine Haare blond färbte und sie in diese Form schnitt.

Welches ist Ihre neueste Tätowierung?
Da mir meine Eltern – anders als meiner Schwester – keinen sambischen Vornamen gegeben haben, liess ich mir nach meiner Reise den Namen meines Ur-Ur-Grossvaters auf die Finger tätowieren. Ein Symbol meiner Verbundenheit mit dem Dorf, in dem meine Cousins und meine Grossmutter bis heute leben.

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