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Unterwegs über Stock und Stein

Nina Tauscher hat ihre Leidenschaft im Trailrunning gefunden. Die Laufsportart wird meist auf unpräparierten Wegen ausgeübt. Die Winterthurerin über ihre Motivation und die Risiken der Sportart.

Unterwegs über Stock und Stein

Nina Tauscher liebt die Berge. Diese erkundet die Winterthurerin jedoch nicht auf Wanderungen, sondern beim Trailrunning. Dabei handelt es sich um eine Laufsportart, die abseits von gepflasterten oder präparierten Wegen ausgeübt wird, zum Beispiel auf Trampelpfaden oder Feldern. Einzelne Abschnitte führen über Wanderwege.

Vor drei Jahren nahm Nina Tauscher an ihrem ersten Trailrunning-Wettkampf in Arosa teil. Die 41-Jährige erzählt: «Ich wollte einfach meine Liebe für Sport und die Berge verbinden.» Der Lauf auf das Weisshorn sei für Einsteiger empfohlen gewesen.

Im Nachhinein würde sie dieser Aussage nur noch teilweise zustimmen. «Ich kam an meine körperlichen Grenzen. Zudem habe ich mich verirrt», erinnert sich die Winterthurerin.

Trotzdem hat sie die Leidenschaft für den Sport seit diesem Tag noch mehr gepackt. «Ich finde es immer wieder atemberaubend, am obersten Punkt einer Laufstrecke anzukommen. Führt diese über einen Gipfel, hat man eine super Aussicht. Das motiviert extrem», schwärmt die Sportbegeisterte.
 
Die Grenzen austesten

Um ihre sportliche Leistung zu verbessern, trainiert Nina Tauscher möglichst abwechslungsreich. Die Anzahl Trainingseinheiten sei zielabhängig. «Stehe ich vor einem Wettkampf, ändert sich mein Trainingsplan. Im Durchschnitt trainiere ich sechsmal in der Woche», erzählt die Sportlehrerin und Psychologin.

Viermal davon ist Ausdauertraining angesagt, auf dem Velo oder beim Rennen. Die verbleidenden zwei Trainings widmet die Winterthurerin den Langhanteln. «So schaffe ich für mich und meinen Körper einen Ausgleich.»

Jedes Training sehe sie als Herausforderung, sich zu verbessern. «Obwohl ich schon an meine Grenzen gestossen bin, möchte ich diese immer noch weiter ausweiten», verrät Nina Tauscher. Solche körperlichen Grenzen seien zum Beispiel starke Muskelkrämpfe während des Laufens.

In einer solchen Situation würde sich die mentale Einstellung automatisch anpassen. «Man denkt eher ans Aufgeben, wenn der Körper Schwächen zeigt. Doch in genau diesen Momenten ist es wichtig, durchzubeissen.»

Sie selber sei einmal kurz vor dem Aufgeben gewesen. «Ich hatte 12 Kilometer und 1000 Höhenmeter hinter mir, als die Krämpfe begannen. Das war noch nicht einmal die Hälfte der Strecke. Genau dann kam ich an einer Gondelbahnstation vorbei. Ein Kollege motivierte mich aber, nicht einzusteigen», erinnert sie sich.

Spezialausrüstung als Hilfe

Nicht nur die eigenen Grenzen bringen ein Risiko mit sich, sondern auch die Laufstrecke kann gefährlich sein. Als Läufer könne man öfters über kleinere und grössere Hindernisse stolpern.

«Die sind oft uneben oder mit Wurzeln und Steinen versehen. Ausserdem kann der Untergrund zwischen Kies, Beton und Waldboden variieren», weiss Nina Tauscher. Konzentration während des Laufens sei deshalb ein Muss. «Man darf mit den Gedanken nicht zu sehr abschweifen.» 

Um grössere Stürze oder Verletzungen zu verhindern, werde auch die Sportausrüstung entsprechend gewählt. «Wir Trailrunner tragen spezielle Laufschuhe, die für unebene Strecken gemacht sind. Sie haben etwas mehr Profil wie normale Laufschuhe und rutschen daher weniger.»

Für die Verpflegung auf den Strecken sorgen vereinzelte Essensstände, mit Powerfood wie Bananen. Trotzdem hat Nina Tauscher auch eigene Verpflegung dabei. «Man weiss nie, ob die Energie bis zum nächsten Stand reicht. Deshalb packe ich immer eine kleine Notration an Wasser und Snacks ein.» 

Kein Verzicht für den Sport

Pro Jahr nimmt die Winterthurerin durchschnittlich an elf Wettkämpfen teil. Diese nehmen, je nach Distanz, ein ganzes Wochenende in Anspruch. «Oft verbinden ich einen Lauf mit einem Ausflug mit der Famile oder Freunden. Sie geniessen die Berglandschaft, während ich diese rennend erkunde», erzählt die 41-Jährige schmunzelnd. I

hre Essgewohnheiten würde sie für den Sport nicht aufgeben. «Ich ernähre mich ganz normal, von frischen und gesunden Lebensmitteln. Auch zu einem Glas Wein sage ich nicht Nein», so Nina Tauscher. Sie sei ein Genussmensch und verwende auch keine Nahrungsergänzungsmittel.

«Ich will erfolgreich sein, aber auch Spass haben. Und das Laufen würde keinen Spass machen, wenn ich dabei leide oder auf etwas verzichte», ist sie sich sicher.

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