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Politik

Schlechte Aussichten für Igel

Studien aus Zürich und St. Gallen zeigen: Es gibt immer weniger Igel in den Städten. Diese Resultate lassen sich laut Wildtierbiologin Sandra Gloor auch auf kleinere Städte in der Region beziehen. Doch es gibt Lösungen für das Problem.

Schlechte Aussichten für Igel

Während der Fuchs in städtischen Gebieten immer weiter auf dem Vormarsch ist, geht es den Igeln in urbaner Umgebung offenbar weniger gut. Seit Sommer 2016 untersuchen Biologen in einem grossen Projekt die Igelpopulation in der Stadt Zürich. Neben der Analyse von Meldungen freiwilliger Beobachter haben die Fachleute auch selber Untersuchungen durchgeführt. Dabei kamen sogenannte Spurentunnel zum Einsatz – ein Meter lange Kartonröhren, welche mit Farbstreifen versehen in Privatgärten und Grünflächen platziert werden. Geht ein Igel durch den Tunnel, hinterlässt er danach Pfotenabdrücke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind.

Erste Erkenntnisse aus Zürich zeigen, dass Igel zwar immer noch in Stadtquartieren verbreitet sind, jedoch deutlich weniger als noch vor 20 Jahren. Zudem variiert die Igeldichte zwischen den Stadtgebieten stark und an einigen Orten gibt es gar keine Igel mehr. Da auch in St. Gallen erstaunlich wenige Igelbeobachtungen gemeldet wurden, erfassen Biologen auch in der Ostschweizer Stadt die Igelpopulation mit Spurentunnels systematisch. Laut Wildtierbiologin und Projektleiterin Sandra Gloor können die Ergebnisse aus Zürich und St. Gallen auch auf die Kleinstädte wie Uster oder Wetzikon bezogen werden. «Unsere Studie wird zwar spezifisch in Zürich und St. Gallen durchgeführt, doch wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse auch für andere Siedlungsräume gelten.»

Denn was der Igel braucht, sind kleinräumige, vielseitige Landschaften. «In einer Mischung aus kurz geschnittener Wiesen und Büschen, in denen er sich verstecken kann, fühlt er sich am wohlsten», sagt Gloor. Darum gibt es mittlerweile in bewohnten Gebieten mehr Igel als auf dem Land, wo die intensive Landwirtschaft seinen natürlichen Lebensraum bedrängt. Dass die Igel vom Land in die bewohnten Gebiete strömten, sei aber nicht der Fall. «Im Siedlungsgebiet breitete sich der Igel einfach in der Vergangenheit stärker aus», sagt die Wildtierbiologin.

Mensch als Feind Nummer eins

Obwohl der Igel also von der Nähe zum Menschen profitiert, geht die Igelpopulation zurück. Die genauen Gründe sind nach wie vor nicht bekannt. «Die wenigen Igelbeobachtungen auf den Meldeplattformen haben uns überrascht», sagt Gloor. «Tieren wie dem Igel, die man doch ab und zu beobachten kann, wird oftmals gar nicht so viel Beachtung geschenkt – sie sind ja schliesslich noch da.»

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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