Die elf Cannabis-Pflanzen am Nüsslikreisel beim Stadthaus sind eine kleine Sensation. Immer wieder bleiben Leute stehen, reiben sich ungläubig die Augen, fotografieren, und ziehen dann lachend weiter. Die Miniplantage befindet sich auf öffentlichem Grund in einer Blumenrabatte, um die sich städtische Mitarbeiter kümmern. Zählt man eins und eins zusammen, kann man also durchaus den Ustermer Stadtrat als Betreiber der Plantage bezeichnen.
Dieses Vorgehen ist sehr zu begrüssen. Uster muss sparen – oder braucht je nach Sichtweise mehr Geld. Unter diesen Umständen ist es nur konsequent, auf den spärlich vorhandenen städtischen Ackerflächen keine komplett unwirtschaftliche Blumen anzupflanzen, sondern stattdessen auf eine Nutzpflanze zurückzugreifen.
Stadträtliche Strategie noch nicht ersichtlich
Dass die Wahl nicht etwa auf Rüebli oder Brokkoli gefallen ist, zeugt von einem lobenswerten Sinn für Nachhaltigkeit. Hanf ist eine uralte Kulturpflanze mit vielseitigem Verwendungszweck. Kosmetika, Kleidung, Papier, Dämmstoffe, Seile, Brennmaterial, Tierfutter – das alles kann aus Hanf hergestellt werden. Immer wichtiger wird zudem der Einsatz als Medikament. Cannabis-Präparate aus den Blüten der Pflanze werden begleitend zur Krebs- und AIDS-Therapie eingesetzt; sie helfen bei Schmerzen, Epilepsie, psychischen Erkrankungen, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit oder Krämpfen.

