Die Po-Ebene, die ihren Namen verdient hat
Als ich 19 Jahre alt war, fuhr ich mit meinem Freund mit dem Velo nach Venedig. Die ersten Tage fuhren wir das Südtirol hinunter, das sich als wahres Velo-Paradies herausstellte. Das Wegnetz war in einem tadellosen Zustand, alle paar Kilometer tauchte ein Campingplatz auf.
Doch als wir die Po-Ebene erreichten, war alles vorbei. Es gab keine Velowege mehr – die Lastwagen rasten auf der Schnellstrasse unbarmherzig an uns vorbei. Aber noch schlimmer: Wir konnten während Stunden weder Campingplatz noch Hotel noch Stall mit Krippe finden. Normalerweise fuhren wir pro Tag rund 80 Kilometer. An diesem waren es 150. Erst gegen 21 Uhr erblickten wir endlich ein Hotel und ich stiess Freudenschreie aus, die jedoch jäh erstummten.
Denn eine Nacht kostete 50 Euro – zu viel für unser damaliges Reisebudget. Die Freude verwandelte sich in Verzweiflung und ich brach in Tränen aus. Dies schien dem Hotelbesitzer Angst zu machen und er überliess uns das Zimmer etwas verdattert für 25 Euro. Also doch noch ein Happy End.
Am nächsten Tag landeten wir mit unseren Velos allerdings auf einem Autobahnkreisel. Aber das ist eine andere Geschichte.
