Hunde scheren - ein Traumberuf
Gleich zwei Hundecoiffeusen machen sich daran, den Labradoodle zu scheren. Die Kreuzung zwischen Labrador-Retriever und Grosspudel steht auf dem Schragen des Hundesalon Schnufi im Wetziker Leisihalten-Quartier und geniesst die Prozedur sichtlich. Keine Selbstverständlichkeit: Nicht alle Vierbeiner schätzen die Behandlung gleichermassen, wird Inhaberin Claudia Fischer (33) später sagen. Aber es finde sich immer einen Weg, die Tiere so zu pflegen, dass sie sich wohl fühlten.
Weg vom Zentrum
Links und rechts im Grooming-Salon – so heisst der Hundecoiffeur auf neudeutsch – stehen weitere Plätze bereit für Hunde, die getrimmt, geschert oder gewaschen werden sollen. «Das ist das Schöne am neuen Standort: Wir haben genug Platz», sagt Claudia Fischer. Vor einigen Monaten hat sie ihr Geschäft vom Zentrum Mönchaltorf nach Wetzikon gezügelt. «Ich hatte die Möglichkeit, in Wetzikon zu bauen – dabei konnte die Räume genau nach meinen Vorstellungen planen, was natürlich ein seltener Luxus ist», erzählt sie.
So lässt sich im neuen Lokal etwa der Föhn- und Waschbereich mit einer Wand trennen oder findet sich ein grosszügiger Eingangsbereich. Geplant ist zudem ein umzäunter Auslauf im Garten. «Sehr wichtig war mir: Die Räume müssen sich leicht reinigen lassen», sagt die gebürtige Wetzikerin. Und: «Ich finde, es gibt nichts Abstossenders als einen dreckigen, miefigen Hundesalon.»
Die 33-Jährige hat im Hundesalon Schnufi, der sich damals noch an der Oberlandstrasse in Uster befand, vor 17 Jahren ihre Lehre als Hundecoiffeuse absolviert, hat sich später zur Tierpflegerin weitergebildet. 2009 konnte sie den Betrieb übernehmen, da die bisherige Inhaberin in Solothurn ein Hundeheim eröffnete. Wie lange es den Salon davor schon gab? «Ich glaube, schon ewig», sagt Claudia Fischer und lacht.
«Etwas mit Tieren»
Während ihrer Schulzeit sei sie ein typisches «Meitli» gewesen, erinnert sich Fischer: «Wie viele andere wollte ich etwas mit Tieren machen.» Dass sie dann tatsächlich in ihrem Traumberuf gelandet ist, verdankt sie ihrer Nachbarin, die einen kleinen Hundesalon führte und die damals 15-jährige schnuppern liess. Heute bildet Claudia Fischer selber drei Lernende aus.
Absolventen sind gesucht: Pro Jahr, so die Saloninhaberin, schliessen schweizweit nur wenige Personen die Ausbildung ab. «Eine gute Hundecoiffeuse kann auf das Tier eingehen», fasst Claudia Fischer zusammen, «heute hält man zwar eher Klein- als Grosshunde, aber man muss mit jeder Rasse routiniert und sicher umgehen können.»
Stammkunden bleiben
Fischer ist sich bewusst: Der Salon liegt jetzt, im Quartier Leisihalden, abgelegener als vorher an der Hauptstrasse in Mönchaltorf. Sie sagt: «Klar, für einige sind wir jetzt zu weit weg, aber die meisten Stammgäste sind geblieben. Uns ist bewusst, dass wir hier mehr Werbung machen müssen.»
Ihr kommt entgegen, dass ein Spazierweg ins Kemptner Tobel am Salon vorbeiführt. Jedenfalls soll es in Wetzikon gleich weitergehen wie bisher. Die Geschäftsfrau, die selber zwei Bolonkas und einen Schwarzen Russischen Terrier hält, sagt: «An erster Stelle steht ein jedem Hund individuell angepasster Umgang. Auch künftig werden wir keine verrückten Frisuren scheren, oder, wie es in den USA aktuell Trend ist, Felle farbig färben.»
Tag der offenen Tür: am Samstag, 26. August, von 12 bis 18 Uhr im Hundesalon an der Neuhausstrasse 3 in Wetzikon.
Zur Homepage des Hundesalons gehts hier.

