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Warum Rothenhofer nicht mehr antritt

Gemeindepräsident Rolf Rothenhofer (parteilos) wird im nächsten Frühling nicht mehr zur Wahl antreten. Nach 28 Jahren im Egger Gemeinderat kann er auf eine intensive Zeit zurückblicken.

Als grösster Meilenstein seiner Amtszeit nennt Rolf Rothenhofer die Fusion von Politischer und Schulgemeinde. Die Lorbeeren beansprucht er aber nicht für sich, alles sei Teamwork. (Archivbild: Nick Soland)

Warum Rothenhofer nicht mehr antritt

Die wichtigste Frage zuerst: Warum treten Sie im nächsten Frühling nicht mehr bei den Gemeinderatswahlen an?

Rolf Rothenhofer: Im nächsten Jahr werde ich mein 28. Jahr als Gemeinderat beenden – 16 davon habe ich als Gemeindepräsident geamtet. Irgendwann ist der Zeitpunkt da, an dem man sich zurückziehen muss. Dafür gibt es keinen eigentlichen Auslöser.

Also hat der Entscheid nicht mit aktuellen politischen Themen zu tun?

Im Gegenteil. Ich habe mir diesen Schritt schon länger überlegt, aber ich wollte einige Projekte noch abschliessen können. Etwa den Neubau des Kunstrasenplatzes, die Bauarbeiten in der Überbauung Rietwis, die Sanierung des Bahnhofes in Egg sowie die Zusammenlegung der Politischen- mit der Schulgemeinde zur Einheitsgemeinde.

Gibt es ein bestimmtes Thema, das sie als grösste Errungenschaft in Ihrer Zeit als Gemeinderat bezeichnen?

Das ist auf jeden Fall die Zusammenführung von Politischer und Schulgemeinde. So etwas gibt es nur einmal im Leben! (lacht)

Würden Sie die Fusion als Ihren persönlichen Erfolg bezeichnen?

Nein. Bei der Arbeit im Gemeinderat braucht es immer eine Mehrheit, alles ist Teamwork. Im Fall der Einheitsgemeinde müssen sogar zwei Behörden mit an Bord sein. Und am Schluss muss auch die Bevölkerung ihre Zustimmung zu den Projekten geben.

Gibt es Bereiche, in denen Sie Ihre Ziele nicht erreicht haben.

Es ist wie beim Sport: Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Die Bevölkerung hat nicht immer so abgestimmt, wie wir es uns als Gemeinderäte gewünscht hätten, etwa bei der Verkehrsführung durch das Dorf. Aber das gehört dazu. Am Schluss hat die Bevölkerung das letzte Wort.

Welche Themen werden Sie in ihrem letzten Amtsjahr noch beschäftigen?

Im Zentrum steht die Schulraumplanung, die wir neu angepackt haben. Da werde ich noch stark bei der ersten Projektphase mitarbeiten, sodass im Herbst der Bevölkerung weitere Schritte präsentiert werden können.

Sie sind der einzige parteilose Gemeinderat in Egg. Wie hat diese Unabhängigkeit Ihre Arbeit beeinflusst?

Als ich im Gemeinderat Einsitz nahm, wurde ich zwar von der Interessengemeinschaft «Aktive Egger» portiert, doch diese Bewegung ist mittlerweile wieder versandet. Aber es politisiert sich gut als Parteiloser. Ich muss meine Meinung mit niemandem absprechen. Negative Aspekte an meiner Unabhängigkeit habe ich noch keine erlebt.

Wie werden Sie ihre frei gewordene Zeit einsetzen?

Ich werde sicher mehr Sport machen, wie etwa Velo fahren, Wandern und Reisen. Ich bin pensioniert und werde allgemein meine Freizeit mehr geniessen können und mit vielen kleinen Dingen füllen. Zudem freuen sich vielleicht meine beiden erwachsenen Kinder in Egg, wenn ich auch für sie mehr Zeit habe. Und natürlich freue ich mich auf die freie Zeit mit meiner Frau, die mich in all dieser Zeit als Gemeinderat immer sehr unterstützt hat.

Was hat Ihnen an der Arbeit als Gemeindepräsident am meisten gefallen?

Ich habe die Zusammenarbeit mit den Behörden immer sehr geschätzt. Auch der Kontakt mit der Bevölkerung war mir immer sehr wichtig. Gerade Gemeindeversammlungen gehören für mich zu den interessantesten Momenten bei dieser Arbeit.

Stichwort Gemeindeversammlung – werden Sie zu den Alt-Gemeinderäten gehören, die als Votanten das Wort ergreifen oder sind sie in Zukunft nur noch stiller Beobachter?

Ich habe nicht geplant, mich in die zukünftige Gemeindepolitik einzumischen. Der Gemeinderat wird auch ohne mich weiterhin sehr gute Arbeit leisten.

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