Eigentlich hätte die neue Asylunterkunft an der Tumigerstrasse im November bezugsbereit sein sollen. Der Greifenseer Gemeinderat wollte mit dem Projekt die Asylsuchenden aus der unterirdischen Zivilschutzanlage holen, die aufgrund der vom Kanton erhöhten Asylquote kurzfristig bewohnbar gemacht worden war. Dass dort Familien ohne Tageslicht leben müssten, sei menschenunwürdig, hiess es damals. Doch gegen das Bauvorhaben gingen zwei Rekurse aus der Nachbarschaft ein, was die Realisierung des Projekts bislang verhinderte.
Gemäss Finanz- und Liegenschaftenvorstand Bruno Schaerli (Aktion G) zielt die Hauptkritik in den Rekursschreiben darauf, dass sich der Elementbau mit seinem Flachdach nicht gut genug in das Quartier mit seinen Satteldachhäusern einfüge. Ausserdem monieren die rekurrierenden Parteien, dass die in einer Reihe angeordneten Wohncontainer die Baulinie überschreiten.
Nach einer Begehung vor Ort zusammen mit Vertretern des Baurekursgerichts, Rekurrenten und deren Anwälten entschied sich der Gemeinderat, das Bauprojekt in der vorliegenden Form fallen zu lassen. «Das war ein proaktiver Entscheid», sagt Sozialvorsteherin Ursula Schnyder (FDP). Zwar sei nicht abzuschätzen, wie das Baurekursgericht in der Sache entschieden hätte, so Schnyder. «Doch wir wollten nicht riskieren, dass sich das Verfahren nochmals über Monate hinzieht und der Gemeinderat das Projekt am Ende vielleicht doch anpassen und wieder neu auflegen muss.»
Pult- statt Flachdach
Das überarbeitete Projekt verfügt nun über ein Pultdach, also eine einzige, schräg stehende Dachfläche. «Die Lamellenkonstruktion hat keinen Nutzen und dient allein dem Erscheinungsbild», sagt Schaerli. Eine visuelle Aufwertung der Fassade war vom Gemeinderat bereits im Nachgang einer Informationsveranstaltung im August beschlossen worden. Eine zu diesem Zweck gegründete Gruppe hatte daraufhin entsprechende Pläne für eine Holzverkleidung ausgearbeitet.

