Zwischen Triathlon und JUS-Studium
«Mein grösster Traum ist es, irgendwann an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können», schwärmt Simon Westermann. Der 19-jährige Winterthurer übt sich seit seinem siebten Lebensjahr im Triathlon.
Zusätzlich hat er diesen Monat seine Matur am Sportgymnasium Rämibühl abgeschlossen, ab dem kommenden September möchte er Rechtswissenschaft (JUS) an der Uni Zürich studieren.
«Es wird sicher schwer, das Training und das Studium unter einen Hut zu bringen. Ich habe aber keine Zweifel, dass ich es schaffe», sagt Simon Westermann selbstbewusst.
Umzug nach Winterthur
Für den Triathlon begeistert hat ihn damals seine Schwester. Als er sechs Jahre alt war, nahm sie an einem Kindertriathlon am damaligen Wohnort in der Nähe von Frankfurt teil. «Ich war zu jung und durfte nur zuschauen. Das Rennen, Velofahren und Schwimmen faszinierte mich aber so sehr, dass ich mir vornahm, beim nächsten Mal mitzumachen», erinnert sich der Winterthurer.
Gesagt, getan. Mit sieben Jahren bestritt Simon Westermann seinen ersten Triathlon, ein Jahr später meldete er sich im Verein an. Bis 2010 trainierte er dort regelmässig die drei Triathlondisziplinen – bis die Familie Westermann entschied, nach Winterthur in die Schweiz zu ziehen. Simon war damals zwölf Jahre alt.
Ihm habe der Umzug aber nicht gross zu schaffen gemacht. «Kaum habe ich mich in Winterthur eingelebt, meldete ich mich bei den Finishers Winterthur an und konnte weitertrainieren», so der 19-Jährige, der Mitglied im Nachwuchskader von Swisstriathlon ist.
Eine bevorzugte Disziplin habe er nicht, im Gegenteil. «Mir macht das Laufen, Velofahren und Schwimmen gleichermassen Spass. Das ist das Tolle am Triathlon: Die Abwechslung bereitet mir Freude.»
Täglich Training
2013 kam dann der Wechsel von den Finishers zur Trainingsgemeinschaft Hütten und ein Jahr später der Beitritt zum Schwimmclub Limmat Sharks. Simon Westermann trainiert täglich. Während der vergangenen fünf Jahre im Sportgymnasium hätte seine Woche vorwiegend aus Schule und Training bestanden.
«Ich musste Prioritäten setzen und auch etwas zurückstecken. Jedes Wochenende ausgehen lag nicht drin», weiss der 19-Jährige. Es sei ihm bewusst, dass er diese Disziplin auch im Studium behalten müsse. «Ich bin aber motiviert, die Balance zwischen dem Triathlon, der Ausbildung und der Freizeit zu finden.»
Ans Aufhören hat der 19-Jährige nie gedacht, es gab bloss zwei schwierige Phasen. Er erzählt: «Im April 2014 brach ich mir den linken Fuss und im April 2015 hatte ich starke Beckenprobleme. Das war en derbe Rückschläge, ich verlor fast zwei Jahre.»
Durch die Unterstützung seines Trainers und viel Willenskraft fand er dann doch die Motivation, nicht aufzugeben. Entgegen aller Erwartungen seien auch die Wettkampfleistungen nach den Verletzungen gut gewesen. «Das spornt natürlich an.»
Weltmeisterschaft im Fokus
Sein Ziel für diese Saison habe er erreicht: «Ich nahm an der Europameisterschaft in Kitzbühel teil», erzählt der Winterthurer stolz. Dort belegte er am Wochenende vom 17. Juni den 21. Rang von insgesamt 73 Teilnehmern.
Für Simon Westermann sei aber nicht der Rang ausschlaggebend, sondern sein persönliches Befinden. «Meine Anforderung an mich selber war, dass ich nach dem Triathlon sagen kann, mein Bestes gegeben zu haben. Das war auch der Fall.»
Einzig dass er wegen einem Platz die direkte Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaft im September verpasst habe, ärgere ihn. «Es gibt aber noch Möglichkeiten mich zu qualifizieren. Ich bin optimistisch, dass ich es schaffe», so Simon Westermann.

