Ustermer Webradio macht Party
Die Beachparty steigt drei Kilometer entfernt vom nächsten ernst zu nehmenden Gewässer – in der Reithalle Buchholz. Geht das? «Natürlich wäre eine Party direkt am See schöner», räumt Organisator und Radio-15-Chef Mathias «Betschi» Betschart ein. Tatsächlich habe er vor drei Jahren mit einem Konzept für eine Party in der Seebadi begonnen. «Doch bald hat sich gezeigt, dass es da sehr viele Auflagen gibt, die man mit einem kleinen Budget unmöglich erfüllen kann.»
Auf der Suche nach einem geeigneten Ort sei er schliesslich bei der Reithalle gelandet. «Hier gibt es genug Parkplätze und der Boden aus Sand und Holzschnitzeln kommt einem Strand doch sehr nahe.»
Zwei Pools in der Halle
Was es am Ustermer Beach nicht geben wird, ist ein Saufgelage à la Ballermann. Man könne auch ganz gut ohne Mallorca-Schlager und Sangria aus Eimern ein gute Beachparty feiern, findet Betschart. «Das würde auch gar nicht zu unserem Radio passen.» Das Programm der Party ist – zumindest am Nachmittag – ganz auf die Familie ausgerichtet. Es gibt unter anderem eine Hüpfburg, diverse Spiele, eine Tanzvorführung für Kinder und eine grosse Bastelei mit den Expertinnen des Mütterzentrums Uster. Für den ganzen Tag ist ein spezielles Familienticket zu einem reduzierten Preis erhältlich.
Für die Grossen stehen eine Tanzshow, ein Wettbewerb oder Büchsenwerfen auf dem Programm. Wasser gibt es auch, und zwar in zwei Pools. «Zum Baden wird die Wassertiefe aber nicht reichen», sagt Betschart und lacht, «man kann sich aber gegenseitig schön nass spritzen.»
Für das kulinarische Angebot arbeiten die Organisatoren mit externen Partnern zusammen, die Fastfood, Grilladen und Vegetarisches zubereiten werden.
Nicht fehlen darf natürlich die Musik. Die Veranstalter setzen hier auf massentaugliche, zumeist wenig bekannte Livebands aus der Schweiz. Der grösste Name ist sicher Carmen Fenk, die 2004 die erste Ausgabe der Castingshow Musicstar gewann und sich mittlerweile als Sängerin und Songwriterin emanzipiert hat, wenn auch abseits des grossen Scheinwerferlichts. Weiter auf der Bühne stehen werden Fabe Vega, Sugar Box und The Solid Stompers, was ein stilistisch relativ breites Spektrum zwischen Pop, Rock, Blues, Rockabilly und Westernswing bedeutet.
Betschart ist überzeugt, bei der Organisation und der Werbung alles richtig gemacht zu haben. Trotzdem ist er nervös, wenn er an den Samstag denkt. «Läuft alles gut? Gefällt das Programm? Kommen überhaupt genügend Leute? Diese Fragen stelle ich mir immer wieder aufs Neue», sagt er.
500 müssen kommen
Ganz oben auf der Liste potenzieller Probleme fungieren die Finanzen. Zwar arbeiten die 30 Helfer unentgeltlich, doch die Kostensteigerung während der Planung sein markant gewesen. Ausgeglichen ist das Budget, wenn 500 Besucher kommen. «Wenn wir einen Gewinn erzielen, kommt das dem Ausbau von Radio 15 zugute», sagt Betschart. «Bei 600 zahlenden Gästen rasiere ich mir auf der Bühne den Bart ab.»

