225,8 Kilometer in 19 Stunden
3.8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Velo fahren und 42 Kilometer Laufen: Der Swissman Xtreme Triathlon führt von der Insel Di Brissago im Lago Maggiore über die Pässe Gotthard, Furka und Grimsel bis zur Kleinen Scheidegg im Berner Oberland. 250 Teilnehmer schwimmen am Samstag, 24. Juni, um 5 Uhr morgens im Lago Maggiore los.
Zwei davon sind Thomas Liebrich und Andreas Gröber aus Winterthur. Für Thomas Liebrich ist es der
erste Swissman Triathlon, Andreas Gröber nimmt bereits zum dritten Mal teil. Beide verfolgen jedoch das gleiche Ziel: Unverletzt und vor Ablauf der Zeit um Mitternacht die Ziellinie zu.
Familiäre Atmosphäre
Die Triathlonreihe «Xtreme Triathlon» gibt es schon länger in Norwegen und Schottland. Als vor vier Jahren der Swissman Xtreme Tritahlon entstand, war für Andreas Gröber klar, dass er teilnehmen will. «Das wollte ich schon immer, jedoch waren die Veranstaltungen zu weit weg», erzählt der 47-Jährige.
2014 meldete er sich dann für den Triathlon in der Schweiz an, erhielt aber keinen Startplatz. «Die Organisatoren wählen aus, welche Anmeldungen berücksichtigt werden. Leider hatte ich damals kein Glück», erinnert sich der Präsident der Musifestwochen. Dies hat sich in den letzten drei Jahren geändert: Seit 2015 nimmt Andreas Gröber immer am Swissman Xtreme Triathlon teil.
Für Thomas Liebrich hingegen ist es das erste Mal. Der 36-Jährige entschied sich vor allem aufgrund der Strecke für eine Teilnahme. «Durch den Lago Maggiore, über den Gotthardpass und dann am Ziel Eiger, Mönch und Jungfrau im Blick – eine solch vielfältige Strecke wird nicht oft für einen Triathlon gewählt», begründet der Winterthurer. Zudem stelle er sich den Event sehr familiär vor. Dies bestätigt auch Andreas Gröber. «Beim Swissman Xtreme Triathlon geht es primär nicht um die Zeit. Sondern dass jeder Spass hat und unverletzt ankommt.»
Training selbständig gestalten
Um optimal vorbereitet zu sein, komme man um ein Training nicht herum. Entweder holt man sich dafür einen Experten zur Seite, der auch einen entsprechenden Preis koste. Oder man trainiert nach seinem eigenen Gefühl.
Thomas Liebrich hat sich für die zweite Variante entschieden. Fast täglich übt sich Thomas Liebrich in einer der drei Triathlonsportarten. «Schwimmen liegt mir am wenigsten, deshalb kostet das oft monotone Schwimmtraining am meisten Überwindung. Deshalb habe ich das als Priorität gesetzt», so der 36-Jährige. Es sei ihm jedoch wichtig, dass auch das Laufen und Velofahren nicht zu kurz kommen. Je nach Tagesform und Witterung entscheide er sich spontan für ein Training.«Es würde mir den Spass am Triathlon verderben, wenn ich strikt nach Plan trainieren würde. Jetzt bin ich frei und kann das Training optimal anpassen.»
Und Andreas Gröber? Mindestens zwei Mal pro Woche schwingt er sich aufs Rad, springt ins kühle Nass oder läuft seine Runden. «Mir ist wichtig, dass das Training Freude bereitet. Sonst ist es kontraproduktiv», berichtet er.
Wenn das Wetter zum Feind wird
Nicht zu unterschätzen sei jedoch das ganze Rundherum des Swissman Xtreme Triathlons. Während der gesamten 226 Kilometer werden die Läufer von einem sogenannten Supporterteam begleitet.Dieses muss für jede Witterung genügend Ersatzkleidung und Verpflegung dabei
haben. Deshalb sei das Packen ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung. Andreas Gröber berichtet: «Vor zwei Jahren kam ich in einen Schneesurm und fror bis auf die Knochen. Für solche Fälle ist das Supporterteam extrem wichtig.»
Mit 70 noch dabei sein
Andreas Gröber sowie Thomas Liebrich wollen der Sportart noch viele Jahre widmen. «Mein Ziel ist es, mit 70 noch einen Triathlon laufen zu können», sagt Andreas Gröber schmunzelnd. Für ihn sei wichtig,gesund zu bleiben und lange Spass an diesem Sport zu haben.
Thomas Liebrich unterstützt diese Aussage. «Der Wechsel zwischen dem Schwimmen,Velofahren und Laufen bereitet mir grosse Freude. Es ist schön, mich nicht auf eine Sportart fixieren zu müssen. Solange ich diese Freude spüre, nehme ich an Triathlons teil.»

