Scientology in Winterthur bewilligt
Aktuell wird in Winterthur über ein Verbot der Koranaktion «Lies!» diskutiert. Anders sieht es bei Aktionen der Religionsgemeinschaft Scientology aus. Ein Infostand in der Marktgasse erregte vor kurzem viel Aufmerksamkeit. Dies, weil die umstrittene Religionsgemeinschaft als sektenhafte Gruppe eingestuft wird. Ein Beitritt zu Scientology könne schwere Folgen für die eigene Persönlichkeit mit sich bringen, so Susanne Schaaf, Leiterin der Fachstelle infoSekta.
Glaubens- und gewissensfreiheit
Auf Winterthurer Facebookgruppen wirft das öffentliche Auftreten der Scientologen Fragen nach einer Bewilligung auf. Die Stadtpolizei klärt auf: «Sie hatten eine Genehmigung für den Infostand. Es ist nicht das erste Mal, dass sie diesen in Winterthur geführt haben.» Dieser Umstand sorgt für Unverständnis bei den Winterthurern. Auf Facebook war von «wahnsinnige Gehirnwäsche» bis «verdammte Sekte» die Rede.
Tatiana Schwarz, Mediensprecherin der Stadtpolizei Winterthur, weist auf die Richtlinien der Vergabe von Bewilligungen hin. «Das Gesuch der Scientologen wurde wie jedes andere eingehend geprüft und dann bewilligt. Wie müssen uns an die verfassungsmässigen Rechte wie Glaubens- und Gewissensfreiheit halten.» Dass die Scientologen als sektenhafte Gruppe eingestuft werden, spiele dabei keine Rolle.
«Eine Bewilligung darf dann wieder entzogen werden, wenn die Auflagen nicht eingehalten werden. Dies war bis jetzt nie der Fall», so Tatiana Scharz. Daher spreche auch nichts dagegen, den Stand wieder zu genehmigen. Die Mediensprecherin betont: «Eine Absage wird bei allgemeinen Verstössen gegen die Auflagen erteilt. Aktuell haben wir keinen Grund, den Platz zu verweigern.»

