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Spieler machen Fitnessbewussten Platz

27 Jahre lang war das zweite Obergeschoss im Hiwi-Märt Treffpunkt der Billard-Freunde. Jetzt ist der Spielsalon ausgeräumt. Im September eröffnet ein Trainingszentrum für Gesundheitsbewusste.

Spieler machen Fitnessbewussten Platz

Von aussen deutet nichts auf die grosse Veränderung hin. «BillardCenter Spielsalon» prangt noch immer in grossen Lettern an der Fassade des Hiwi-Märts an der Gossauerstrasse 14. Doch oben im zweiten Stock sind die Billard-Tische und Spielautomaten verschwunden. Zwei Arbeiter sind mit Abbrucharbeiten beschäftigt, Staub vernebelt die Sicht. Nur noch zwei Graffiti erinnern an den Zweck, den der 670 Quadratmeter grosse Raum 27 Jahre lang erfüllte. Geschaffen wurden sie von jungen Billardspielern 1992, in den Anfängen des Lokals.

Neubeginn am 1. September

«Die Nachfrage war nicht mehr da. Wir haben uns deshalb entschieden, das Billard-Center zu schliessen und etwas Neues zu wagen», sagt Architekt Roland Fehr, der zusammen mit Kurt Rohner den Hiwi-Märt besitzt. Die beiden suchten im Bereich Fitness – und wurden fündig. Der 10-Jahres-Vertrag mit einem neuen Mieter ist unterzeichnet, Fehr und Rohner investieren 800 000 Franken in den Umbau, am 1. September eröffnet die Chili Health Hinwil AG ein «gesundheitsorientiertes Trainings-Center».

Hinter der Firma stehen Martin Steiner und Alain Kaiser, die bereits ähnliche Betriebe in Hombrechtikon und Männedorf führen. Die beiden sind überzeugt, ihr neustes Zentrum in Hinwil rasch zum Laufen zu bringen – trotz der grossen Konkurrenz bereits bestehender Fitnessstudios in der Region. «Der Standort ist ideal, es gibt genug Parkplätze, die Räumlichkeiten sind hell und die Einrichtung wird super», schwärmt Steiner. Vor allem aber unterscheide sich ihr Betrieb von traditionellen Fitnesszentren, ergänzt Kaiser. «Unser Zielpublikum ist nicht Arnold Schwarzenegger. Bei uns geht es nicht ums Bodybuilding und Präsentieren, sondern um ein gesundheitsorientiertes Training für jedermann.»

Als erstes Ziel haben sich Steiner und Kaiser einen Kundenstamm von mindestens 1000 Personen gesetzt. In ihrem Betrieb werden grosse Spiegel fehlen, dafür ein Gerät installiert, das den Kunden mit all seinen Körperdaten scannt und ihm über eine Chipkarte die Kraft- und Ausdauergeräte bedarfsgerecht einstellt.

«Unsere Trainer sind nicht vor allem damit beschäftigt, Geräte richtig einzustellen, sondern können sich voll der Betreuung des Kunden widmen», verspricht Kaiser. «Spätestens alle zwölf Wochen wird ein neues Trainingsprogramm entwickelt.»

Verbesserter Mietermix

Roland Fehr führt Steiner und Kaiser durch die Baustelle. «Da kommt der Empfang mit der Theke hin», erklärt er, «hier entstehen die Garderoben und Einzelduschen.» Hinter der Graffiti-Wand sind Personalräume geplant und Zimmer für Physiotherapie. «Wir arbeiten ganzheitlich. Wir unterstützen unsere Kundschaft mit unseren Trainingskonzepten dabei, die Gesundheit zu erhalten», sagt Steiner, «aber auch, sie wiederzugewinnen. Dazu arbeiten wir unter anderem mit Physiotherapeuten zusammen.»

Fehr kennt die Bedürfnisse. Im Auftrag von Steiner und Kaiser hat er bereits die Räume für das im Februar eröffnete Chili Health Fitness in Hombrechtikon umgebaut. «Ein gewisses Risiko besteht immer», meint er zur Umnutzung des Billard-Centers. Er ist aber zuversichtlich, dass die neuen Mieter den Hiwi-Märt aufwerten. «Sie verbessern den Mix und bringen ein zusätzliches Publikum, von dem auch die anderen Mieter profitieren werden.»

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