Amerikanische Verstärkung für die Winti-Warriors
«In den USA beginnt praktisch jeder Junge im Alter von vier Jahren American Football zu spielen», erzählt EJ Woods.
Der 27-Jährige weiss, wovon er spricht. Schliesslich übt er selber seit seinem vierten Lebensjahr die amerikanische Nationalsportart aus. Der US-Amerikaner, der aus San Jose im Bundesstaat Kalifornien stammt, kam vor eineinhalb Monaten nach Winterthur.
Er spielt diese Saison für das Winterthurer Footballteam Winterthur Warriors – genau wie Holt Claiborne aus Atlanta, der vor sechs Wochen in die Schweiz kam. Die beiden US-Amerikaner bleiben bis zum Ende der Saison in der Eulachstadt und haben ein Ziel: «Wir wollen mit den Warriors den Swiss Bowl erreichen und den Final auch gewinnen», so Holt Claiborne.
Aus den USA «importiert»
Importspieler – so lautet die Bezeichnung von EJ Woods und Holt Claiborne. «Ein Importspieler wird in der Regel für eine Saison als Verstärkung von einem Team engagiert», erklärt der 25-jährige Holt Claiborne. Bis zum Ende der Saison im Juli gehören und EJ Woods zum First Team der Winterthur Warriors.
Dreimal pro Woche trainieren die beiden US-Spieler mit den Winterthurern und halten sich daneben im Kraftraum fit. Dabei nehmen sie an den Mannschaftstrainings nicht nur als Spieler teil, sondern geben ihre Erfahrungen weiter.
Einzelne Sprachbarrieren
«Das Team ist lernbereit. Die Spieler hören uns zu, wenn wir ihnen etwas erklären, und wollen un-sere Tipps umsetzen», erzählt EJ Woods. In der Sprache sehe er die grösste Schwierigkeit. «Da Holt und ich nur Englisch sprechen, ist es nicht immer ganz einfach für unsere Schweizer Mitspieler zu verstehen, was wir ihnen erklären.
Dann zeigen wir den Spielzug vor, von dem wir sprechen», so der Amerikaner. Trotz Sprachbarrieren hätten die beiden Importspieler schnell Fuss gefasst im Team der Warriors. Sie seien mit offenen Armen empfangen worden. «Der Sport verbindet. Wir sind eine grosse American Football-Familie, auch ausserhalb von Amerika», schwärmt Holt Claiborne.
Dass sie in die Schweiz gekommen sind, war nicht die alleinige Entscheidung von den beiden amerikanischen Football-Spielern. «In den USA können wir ein Formular ausfüllen, mit dem du dich um einen Platz als Importspieler bewirbst. Dieses wird auf einer Internetplattform aufgeschalten. Die Trainer vom Ausland sehen sich diese an und wählen die Spieler aus, die sie in ihrem Team haben wollen», erklärt Holt Claiborne.
Für ihn und EJ Woods sei dies eine gute Möglichkeit, verschiedene Länder der Welt zu bereisen und neue Kulturen kennenzulernen.
Gefallen an der Schweiz gefunden
Während ihres Aufenthalts leben die zwei US-Amerikaner beim Präsidenten des Vereins. Dass sie in der Schweiz gelandet seien, freue sie sehr. «Es ist ein schönes Land. Ich habe schon einige Ausflüge gemacht und möchte noch mehr von der Schweiz kennenlernen», verrät Holt Claiborne. EJ Woods fügt an: «Es ist alles sehr sauber und überwacht. Ich fühle mich sicherer als in den USA.» Er habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, seinen festen Wohnsitz nach Winterthur zu verlegen. «Die nächsten sechs Monate als Importspieler haben aber Priorität vor anderen Zukunftsplänen.»
Pläne bereits in vollem Gange
Die Umsetzung ihrer Pläne für die Saison gelingt Holt Claiborne und EJ Woods bis jetzt hervorragend: Zuerst besiegten die Winterthur Warriors Lausanne auswärts und kämpften sich an die Tabellenspitze. Gegen den amtierenden Meister Bern holten sie sich Anfang April einen 12:6-Heimsieg.
Und aller guter Dinge sind drei: Auch im letzten Spiel gegen Basel am 15. April konnten die Eulachstädter Footballer punkten. Momentan befinden sich die Winterthur Warriors auf dem zweiten Tabellenplatz.
Sie sind hoch motiviert, auch Ende der regulären Saison auf Platz 1 oder 2 zu stehen und sich so das Heimrecht beim Playoffspiel am Albanifest-Wochenende zu holen. Und natürlich in den Final, die Swissbowl, einzuziehen und diesen zu gewinnen.
