«Wir fürchten uns seit langer Zeit vor den unberechenbaren und gefährlichen Aktionen von Rudolf Greter*.» So heisst es in einem Schreiben, das im November 2014 an die Verantwortlichen der Gemeinde Wangen-Brüttisellen ging – unterzeichnet von rund 50 Einwohnern und Gewerbetreibenden im Quartier Im Chrüzacher, Im Sunnebuck und Riedmühlestrasse. Die Absender listen dabei rund 20 «Bedrohungen» auf, für die sie ihren Nachbarn verantwortlich machen.
«Grundsätzlich gebessert hat sich die Situation durch den Brief nicht», sagt Peter Wochner*, der die Petition einst mitinitiiert hat, rückblickend. Seine Nachbarin Sarah Vitale* gibt ihm Recht: «Aber immerhin wissen wir seit dieser Unterschriftensammlung, dass wir nicht allein sind mit unseren Problemen.» Ihr Mann Walter* nickt zustimmend. Thomas Mastel* sitzt mit verschränkten Armen am Tisch; er seufzt immer wieder lautstark und hat mit den Tränen zu kämpfen.
Die vier haben ein umfangreiches Dossier über Rudolf Greter verfasst und dem ZO/AvU bei einem Treffen vorgelegt. Es enthält diverse Protokolle, in denen sie ihre Beobachtungen akribisch aufgeführt haben – gestützt auf Fotografien und Videobeweise. Auch die Korrespondenz mit der Gemeinde und der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ist sorgsam eingeordnet.
Parkett mit Hochdruckreiniger gepflegt
Mehrmals protokolliert ist zum Beispiel, dass der Landwirt den Motor seines Traktors über Stunden einfach so laufen lasse und damit das ganze Quartier mit Dieselabgasen verpeste. «Wir können im Sommer unsere Fenster teilweise gar nicht mehr öffnen», sagt Sarah Vitale.
