Naturpark bringt mehr Aufträge, aber auch Frust
Die Idee klingt eigentlich harmlos und hat doch bereits eine entschlossene Gegnerschaft: ein Naturpark im Zürcher Oberland. Es sei Standortförderung. Der Park biete Chancen für das Gewerbe, die Landwirtschaft, den Tourismus. So lauten die Argumente der Befürworter. Ihre Vision ist ein Naturpark in 13 Gemeinden von Turbenthal über Hofstetten bis Bäretswil.
Die Gegner befürchten Auflagen, Einschränkungen und Einbussen. An einem Podium in Hinwil brachten sie vor einigen Wochen ein Beispiel aus dem Berner Naturpark Gantrisch vor. Die dortigen Landfrauen hätten unter dem neuen Label beim Guetsliverkauf eine Umsatzeinbusse von drei Millionen Franken hinnehmen müssen. Wie gestaltet sich das Leben als Parkbewohner tatsächlich? «Ich muss sagen, ich merke schon einen Unterschied», sagt Barbara Bitterli, Mitglied der Gantrischfrauen und Guetslibäckerin.
Mehr Vorschriften
Seit neun Jahren verkauft Bitterli ihre Produkte über die Frauengruppe. Während der Weihnachtszeit bringen 22 Frauen jeweils gut vier Tonnen «Güezi» an Frau und Mann. Seit 2012 befindet sich der Naturpark Gantrisch in seiner zehnjährigen Betriebsphase, seit dann können sich Produzenten aus dem Gebiet für das Naturparklabel berwerben.
Kam es tatsächlich zu Einbussen? «Nein, das glaube ich nicht», sagt Bitterli, die ihre Guetsli unter dem Label verkauft. Es hätten zwar nicht alle Frauen mitgemacht, aber einen Rückgang habe sie nicht festgestellt und schon gar nicht in dem Ausmass wie behauptet. Für sie persönlich lohne sich die Vereinbarung. «Die Parkleitung bevorzugt Betriebe mit Label, so erhalte ich mehr Aufträge.» Sie habe gerade 130 Schachteln Guetsli an Swissmilk liefern können.

