So funktioniert die Eierkoch- und Färbmaschine
Das Pfäffiker Industriegebiet ist eine Hochburg in der Eierfärbung: Werner Isler, Inhaber der Nuovo AG, entwickelte in seinem Betrieb an der Barzloostrasse eine Eierkoch- und Färbmaschine, die rund 6000 Eier pro Stunde färbt. Kurz vor Ostern läuft sie auf Hochtouren. Werner Isler erklärt den Ablauf: Ein Auflegearm saugt rohe Eier aus Verpackungen und legt sie auf ein Rollenband, von wo aus die Eier in einem grossen Kocher mit rund 92 Grad heissem Wasserdampf zwölf Minuten lang gekocht werden.
Nach dem Kochen kommen die Eier auf ein Stauband, sodass Produktionsmitarbeiter Eier aussortieren können, die während des Kochens geplatzt sind. Danach werden sie in sechs Einzelbahnen gelenkt, von wo aus die Eier auf einen Nagelteller gestellt und ins Spritzwerk befördert werden. Dort werden sie von fünf kleinen Farbdüsen zuerst grundiert, später folgt noch eine Graffitozeichnung. Zurzeit spritzen die Düsen weisse Osterhasen auf die farbigen Eier. «Der Markt mit gefärbten Eiern floriert vor allem in der Vorosterzeit», sagt Fabian Isler, der bei seinem Vater in der Nuovo AG arbeitet.
Nach einem Kühlprozess saugt ein Ablesearm die Eier von den Nageltellern und legt sie auf ein Abpackband. Dort werden sie von Produktionsmitarbeitern in Schachteln verpackt. Der ganze Prozess durch die 14 Meter lange Anlage dauert rund 30 Minuten. «Täglich verarbeiten wir so bis zu 30’000 Eier», sagt Isler.
Kerngeschäft Stempelsysteme
Das Familienunternehmen Nuovo AG wurde 1988 durch Werner Isler gegründet. «Alles startete mit einem Bericht im ‹Zürcher Oberländer›, nachdem wir die ersten farbigen Eier produzierten», sagt Werner Isler. Sohn Fabian trat der Firma 2009 bei. Der Einstieg in den Familienbetrieb sei jedoch nicht geplant gewesen. «Mein Vater war zwar immer mein grosses Vorbild. Schliesslich hatte es sich aber ergeben, da Not am Mann war», sagt der gelernte Polymechaniker.
Seit der Firmengründung vor knapp 30 Jahren produziert der Familienbetrieb Eier-Beschriftungs- und Stempelmaschinen für Kunden in aller Welt. «Die Entwicklung und Herstellung tätigen wir hier in Pfäffikon. Der internationale Vertrieb läuft jedoch über eine eigene Niederlassung in den Niederlanden», sagt Fabian Isler. Die Beschriftungs- und Stempelsysteme seien auch heute noch das Kerngeschäft der Nuovo AG.
Etablierung in der Schweiz
Durch den Zerfall des Euros vor sechs Jahren mussten die Islers jedoch umdenken. «Durch den Vertrieb im Ausland erwirtschafteten wir unseren Gewinn vor allem in Euro und US-Dollar. Nachdem diese Währungen immer mehr an Wert verloren, mussten wir nach einer Alternative suchen, um wieder in Schweizer Franken Umsatz zu machen», sagt Werner Isler.
Die Lösung sahen sie in gefärbten Eiern. Deshalb kauften die Islers eine rund 20 Jahre alte Maschine zurück, restaurierten diese und erweiterten sie mit neuester Technik. Zudem wurde das Maschinenkonzept so überarbeitet, dass die Maschine heute vollumfassend per Computer gesteuert wird.
«Wissen Weitergeben»
Die Nuovo AG ist jedoch nur für der Techniklieferant in Sachen Eier kochen und färben. Die Produktion und der Vertrieb werden von der eigenständigen NuovoColor AG ausgeführt, die zu 100 Prozent der Schweizerischen Eier- und Geflügelgesellschaft Zürich/Basel gehört. Die NuovoColor AG, mit Sitz in Sursee, wurde im Jahre 2014 gegründet.
Für die Zukunft überlegen die Islers bereits, wie sie ihre Produkte weiterentwickeln könnten. Zudem will der 60-jährige Werner Isler sein Wissen über den Maschinenbau an seinen Sohn weitergeben. «Er soll die Firma in die Zukunft führen.»
