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«Der Joint half nicht - Jesus tat es»

Moses Keller aus Effretikon hat eine enge Beziehung zu Gott aufgebaut. Der 22-Jährige, der seine Lehre in Winterthur absolviert, betet täglich und beichtet auch regelmässig, um die Verbindung zum Herrn zu stärken. Seine Einstellung zum Glauben bringt ihm nicht nur Freunde.

«Der Joint half nicht - Jesus tat es»

Schokohasen und Zuckereier schmücken die Regale der Läden. Die Menschen freuen sich auf das verlängerte Osterwochenende vom 14. bis 17. April. Dass an Ostern die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert wird, rückt für viele in den Hintergrund.

Insbesondere die junge Generation scheint sich nicht für den christlichen Aspekt zu interessieren. Anders Moses Keller. Der 22-Jährige, der weder reformiert noch katholisch ist, hat in den vergangenen zwei Jahren eine sehr enge Beziehung zu Gott aufgebaut. Heute gehört er der Freien Evangelischen Gemeinde Illnau-Effretikon an. Über Ostern fährt er mit rund 120 Gleichgesinnten von diversen Kirchen in ein Ostercamp, um ­Jesus zu gedenken.

Den Weg zu Gott wiedergefunden

Moses Keller bezeichnet sich selber mehr als gläubig statt religiös. «Die Beziehung zu Gott steht im Vordergrund, nicht die Regeln einer Religion», so der 22-Jährige. Dieses Denken habe der Effre­tiker, der in der Stiftung Schleife in Winterthur seine Lehre macht, nicht immer geteilt.

«Ich wurde in eine gläubige Familie geboren. Nach einiger Zeit hatte ich das ­Gefühl, nur nach den Regeln des Glaubens zu leben», erzählt der Frei-Evangelische. Deshalb wandte er sich mit 17 Jahren immer mehr von der Kirche ab. Er sei während drei Jahren durch viele Tiefs gegangen.

«Ich entwickelte mich zu einer oberflächlichen und arroganten Person. Ich wollte mich meinen Pro­blemen nicht stellen und suchte Hilfe im Kiffen.»
Eines Tages habe es Klick gemacht. Ihm sei sein hochnäsiges Verhalten bewusst geworden und dass ihm ein Joint nicht helfe.

«Damals war ich 20 und urteilte über andere Menschen. Doch war-um sollte ich über meinesgleichen richten können? Ich kniete mich vor Jesus Christus nieder und war bereit, seine Liebe zu empfangen. Er schenkte mir Freude. Nicht der Joint.»

Nur der Herr darf richten

Dies sei die Kehrtwende seines Lebens gewesen. «Von diesem Zeitpunkt an bin ich wieder mit einem Lachen durchs Leben gegangen und konnte die Liebe Gottes spüren.» Seither besuche er regelmässig den Gottesdienst und nehme sich täglich Zeit fürs Beten. Auch das Sündenbeichten baue er in seine Gebete ein.

«In Situationen, in denen ich mich selber über Gott stelle und richte, sündige ich. Denn Gott darf als Einziger urteilen» erklärt Moses Keller.
Er sehe im Beichten der üblichen Art jedoch keinen Sinn. «Warum soll ich meine Sünden einem Pfarrer offenbaren? Dieser kann mich nicht von Sünden freisprechen. Nur Gott kann das.»

Also lege er bei seinen täglichen Gebeten dem Herrn seinen Tag offen und beichte ihm, wenn er ohne dessen Liebe gehandelt habe. Danach fühle er sich befreit und mit Liebe gefüllt. Ob er das Beichten noch als zeitgemäss sehe?

«Die Bibel ist für mich das Buch Gottes und auch heute gesellschaftsrelevant. Es ist zeitlos. Die Zehn Gebote werden nicht modernisiert oder alt werden. Deshalb wird auch das Beichten von Sünden nie zur Vergangenheit gehören», ist sich Moses Keller sicher.

Leben und leben lassen

Diese Einstellung komme nicht überall gut an. «Ich glaube zum Beispiel nur an das typische Bild der Ehe zwischen Mann und Frau. Ausserdem ist Sexualität das Intimste, was ich mit einer Frau ­austauschen kann. Wenn ich sie mit Frauen vor der Ehe ausleben würde, was hätte ich dann meiner zukünftigen Ehefrau noch zu bieten?»

Diese und andere Ansichten des Kirchgängers würden oft auf Unverständnis stossen.

Er werde wegen seines Glaubens des Öfteren ausgeschlossen. «Zu Beginn machte mich das traurig. Ich wollte, dass jeder Gottes Liebe spürt. Mittlerweile akzeptiere ich aber dieses Denken. Ich wünsche  mir dasselbe von anderen», so Moses Keller.

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