Repair Café schenkt neues Leben
Ein altes Radio mit einem defekten Kabel, ein Kleiderschrank ohne Schiene für eine Schublade oder Hosen, bei denen der Reissverschluss nicht mehr funktionstüchtig ist: All dies sind Defekte, die den Gebrauch dieser Gegenstände einschränken. Und obwohl die Schäden repariert werden könnten, wird ein kaputter Gegenstand oft entsorgt und ein neuer angeschafft. Das möchte Jürg Altwegg mit dem Repair Café Winterthur verhindern.
Seit 2015 öffnen die Werkstätten der Giesserei in Oberwinterthur zweimal im Jahr ihre Türen. Im Rahmen des Repair Cafés können Betroffene defekte Gegenstände aller Art mitbringen und mithilfe von Fachleuten reparieren. Am Samstag, 8. April, wird im Repair Café wieder geflickt und gewerkelt.
Hohe Erfolgsquoten bei Reparaturen
Vor allem Elektrogeräte seien beliebte Reparaturstücke. «Diese haben schnell einen Defekt und sind oft sehr teuer, wenn man sie neu kaufen will», erzählt der Initiant Jürg Altwegg. Aber auch Holzmöbel und Kleider sind Dinge, die oft im Repair Café landen.
«Finanzen sind ein häufiger Grund, warum Menschen ins Repair Café kommen. Nicht jeder kann sich sofort einen neuen Schrank leisten, nur weil der alte nicht mehr richtig zusammenhält», erzählt der frisch gewählte Stadtrat der Grünen. Im Repair Café können die Besitzer, mithilfe von Fachleuten, diesen wieder herrichten. «Natürlich nicht mit 100-prozentiger Erfolgsgarantie. Wir sind keine Spezialisten, sondern Helfer», betont Jürg Altwegg.
Trotzdem liege die Erfolgsquote der Reparaturen bei 50 bis 75 Prozent. «Die Dinge, die wir nicht mehr retten können, müssen von den Besitzern selber entsorgt werden. Wir sind ein Werktreffpunkt, keine Entsorgungsstelle», fügt er an.
Ursprung in Holland
Jürg Altwegg habe diese Art des Recyclings vor zwei Jahren entdeckt. «Ich habe damals gelesen, dass es dieses Repair Café in Holland bereits gab. Die Idee gefiel mir, und ich wollte sie in der Eulachstadt auch umsetzen», erzählt der Winterthurer.
Gesagt, getan. Im Jahr 2015 öffnete das Repair Café zum ersten Mal seine Türen. «Es freut mich sehr, dass dieses Konzept bis heute einen solchen Anklang findet», sagt der Initiator stolz. Durchschnittlich habe der Anlass jeweils 60 bis 70 Besucher. «Die Altersgruppen sind völlig durchmischt. Von Kindern bis zu Pensionären trifft man jeden.»
Zuversichtlich für die Zukunft
Trotz seinem neuen Amt als Stadtrat gibt Jürg Altwegg das Repair Café nicht auf. «Ich habe ein Team von 20 Personen um mich herum. Daher bin ich sehr zuversichtlich, dass das Repair Café weiterlebt und noch einigen Gegenständen ein neues Leben schenkt», so der baldige Regierungspolitiker.

