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Wettkampftyp Brand will näher an die Spitze

Hürdenläufer Dany Brand ordnet dem Sport alles unter. Die Entwicklung gibt dem 21-jährigen Rütner recht. Diese Saison soll der nächste Schritt folgen.

Wettkampftyp Brand will näher an die Spitze

Rund einen Monat dauert es noch, bis Dany Brand am 13. Mai in die Wettkampfsaison einsteigt. «Ich freue mich, wenn ich endlich loslegen kann», sagt der junge Rütner Hürdenläufer. «Sobald es Richtung Sommer geht, kommt die Zeit der Limiten, die Zeit der Nervosität, der Reiz der Wettkämpfe. Das vermisst man in der Vorbereitung jeweils schon.»

Seit Wochen arbeitet er hart daran, sich für die Ernstkämpfe in Form zu bringen. Nicht immer geht das bisweilen eintönige Training gleich leicht von der Hand. Manchmal braucht es eine Portion Extramotivation, «um sich nochmals reinzuhängen», wie Brand sagt.

Da hilft es, wenn er ab und zu kurz ans Jahr 2016 zurückdenken kann. Es war für ihn reich an Höhepunkten. Der 21-Jährige feierte in Amsterdam nicht nur unerwartet seine Premiere an Elite-Euromeisterschaften, wobei er im Vorlauf lange gut mithielt und letztlich seinen Melderang verbesserte. Er drückte auch seine Bestzeit über 400 m Hürden um über eine Sekunde und blieb erstmals unter 51 Sekunden.

Entscheid mit Auswirkungen

Wie lässt sich ein solcher Leistungsschub erklären? Natürlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel das sehr gute Athletenumfeld, in dem Brand trainieren kann und zu dem auch der zweifache EM-Medaillengewinner Kariem Hussein zählt. Oder der starke Wille und die Entschlossenheit, über die der junge Oberländer verfügt. Zentral aber ist – darin sind sich Brand und sein Trainer Flavio Zberg einig –, dass der Oberländer früh entschieden hat, komplett auf den Sport zu setzen. Der Startschuss dazu fiel im Winter 2015. Brand besuchte die Spitzensportler-RS, was ihm ermöglichte, entsprechend gut zu trainieren. Nach dem Ende der RS war Brand dann Profi. Das ist er eigentlich auch weiterhin, obwohl der Rütner in einem kleinen Teilzeitpensum beim Vater arbeitet.

«Dany ist sehr konsequent darin, alles dem Sport unterzuordnen», lobt Trainer Zberg. «Man kann so nicht nur besser trainieren. Entscheidend ist, dass man sich auch besser erholen kann.»

U-23-EM-Final als Ziel

Letzteres war nach der körperlich und vor allem auch mental anstrengenden Saison 2016 nötig. Brand bestritt 25 Rennen, davon ein Dutzend über seine Königsdisziplin, die 400 m Hürden. Rund drei Wochen pausierte er, dann stieg er wieder mit leichtem Training ein.

Mittlerweile hat Brand zwei je einmonatige Trainingsblöcke in Südafrika absolviert, mit denen er zufrieden ist. Längst sind zudem die Pflöcke für die Saison 2017 eingeschlagen. Im Fokus steht die U-23-EM Mitte Juli in Polen. Brand will in den Final. «Es ist ein hoch gestecktes Ziel», sagt Zberg.

Der Trainer glaubt selbstverständlich an seinen Schützling. Und er hat reichlich Argumente. «Die Entwicklung zeigt, dass Dany auf dem richtigen Weg ist.» Laut Zberg dürften Brand die bei der Elite-EM gesammelten Erfahrungen an der U-23-EM ebenfalls helfen. Zudem ist der Oberländer ein «Wettkampf-Grossanlass-Typ», wie sich sein Trainer ausdrückt. «Wenn es drauf ankommt, ruft er seine Leistung ab. So etwas kann man nicht lernen.»

Zbergs attraktive Aufgabe

Die U-23-EM soll derweil nur eine Etappe in Brands Karriere sein. Die Perspektiven des talentierten Hürdenläufers sind gut, die Planung ist langfristig ausgelegt. «Für einen Trainer ist das attraktiv», sagt Zberg. Die Arbeit wird ihm und seinem Athleten in der komplexen Disziplin nicht ausgehen.

Brand hat im Winter beispielsweise an der Schrittlänge gefeilt. Da er schneller und kräftiger geworden ist, möchte er den bisher in vier Abschnitten gelaufenen 14er-Rhythmus auf sechs Abschnitte ausdehnen – und zwischen der neunten und zehnten Hürde einen Schritt weniger brauchen. Ob sich seine Pläne umsetzen lassen und sich die Änderungen auch in den Zeiten widerspiegeln? Die Antworten darauf wird Brand erst in den Rennen finden.

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