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Weitere Kritik an Pflegeplätzen

Nicht nur die Stiftung Loogarten, auch Einwohner Mönchaltorfs drücken ihren Unmut gegen geplante Pflegeplätze in der Gemeinde aus. Bei den Ortsparteien sind die Meinungen geteilt.

Wird die Teilrevision genehmigt, steigt die zulässige Geschossfläche von maximal erlaubten rund 5000 auf rund 11'000 Quadratmeter. (Visualisierung: zvg)

Weitere Kritik an Pflegeplätzen

Als die Teilrevision des Gestaltungsplans Silbergrueb von November bis Januar öffentlich auflag, gingen keine Einsprachen ein. Am 20. März informierte der Gemeinderat an der Informationsveranstaltung über die Pflegeplätze, welche die Genossenschaft Sunnige Hof auf dem Gebiet Silbergrueb bauen will. Auch an diesem Abend meldeten sich kaum kritische Stimmen.

Jetzt hat der Stiftungsrat des Esslinger Alters- und Pflegezentrums Loogarten die Pflegeplätze kritisiert. Dies schien einige Mönchaltorfer wachzurütteln. Nach einem Artikel erhielt der ZO/AvU zahlreiche Leserbriefe, in denen Mönchaltorfer die gleiche Meinung wie Stiftungsratspräsident Thomas Ackermann vertreten. Auch sie finden: Der Loogarten kann genügend Pflegeplätze bieten, die Gemeinde Mönchaltorf müsste von einer Mehrwertabgabe profitieren, die Teilrevision des Gestaltungsplans ist überstürzt.

SVP nicht überzeugt

Wie viele im Dorf wirklich gegen die Teilrevision sind, ist schwierig zu sagen. Bei den Mönchaltorfer Ortsparteien zeichnet sich kein einheitliches Bild ab. So hat die SVP beschlossen, der Teilrevision des Gestaltungsplans nicht zuzustimmen. Dabei lässt sie vorerst offen, ob sie den Antrag zur Ablehnung oder Rückweisung empfiehlt. «Es fehlt die finanzielle Abgeltung an die Gemeinde für die mehr als doppelt so hohe Ausnützung der Grundstücksfläche», schreibt die SVP in einer Mitteilung. Und weiter: «Die ­Gemeinde ist Miteigentümerin des Loogartens und hat viel Geld investiert in die Erweiterung. Eine Konkurrenzierung durch die Pflegeplätze in der Silber­grueb macht keinen Sinn.»

Zwar sei unbestritten, dass in der Gemeinde altersgerechte Wohnungen stehen müssten, es sei jedoch fraglich, ob rund 70 neue Alterswohnungen notwendig seien. Auch den Bedarf nach der zusätzlichen Infrastruktur mit Restaurant, Coiffeur und Physiotherapie hinterfragt die SVP. «Durch die Teilrevision wird der durchdachte Gestaltungsplan von 2011 auseinan­dergerissen und zerstückelt», schreibt die Partei abschliessend.

Verdichtetes Bauen sinnvoll

Anders klingt es bei der FDP. Sie unterstützt den Antrag des Gemeinderats und sieht in den geplanten Pflegezimmern keine Konkurrenz zum Loogarten. Die Pflegezimmer in Mönchaltorf würden nicht die gleich breiten Pflegeleistungen wie der Loogarten bieten. Zudem stehen sie nicht vorrangig Mönchaltorfern zur Verfügung und seien teurer als der Loogarten. «Die demografische Entwicklung macht generell mehr Pflegeplätze notwendig», schreibt die FDP. «Im vorliegenden Fall kostet diese zusätz­liche Kapazität den Steuerzahler keinen Franken. Muss der Loogarten künftig ausgebaut werden, wird die Gemeinde anteilsmässig die Investitionskosten mittragen müssen.» In der Silbergrueb liege das Betriebsrisiko bei einer privaten Genossenschaft, was ein weiterer Vorteil sei.

Die FDP schreibt weiter: Zwar könne bei höherer Ausnutzung auch ein höherer Grundstückspreis gefordert werden, die nachträglich erhöhte Ausnützung betreffe jedoch nur ein Teilbaustück und sei direkt an die ­Realisierung des Projekts «Alterswohnungen» gekoppelt. «Ob mit dieser eng gefassten Auflage auch ein höherer Grundstückspreis hätte erzielt werden können, ist fraglich.» Ausserdem sei in Zeiten der knappen Bau­landreserven verdichtetes Bauen sinnvoll.

Ebenfalls zur Annahme empfiehlt die SP Mönchaltorf die Teilrevision. Sie sieht sie als Chance für Mönchaltorf. Das Baurecht gebe die Zweckbindung zwingend vor, somit trage der Sunnige Hof das unternehmerische Risiko und nicht die Gemeinde. «Das Angebot mit den Alterswohnungen, den Serviceleistungen und den Pflegeplätzen ist einzigartig und eine gute Ergänzung zu den Wohnangeboten im Dorf», schreibt sie in einer Stellungnahme. Eine Genossenschaft als Trägerschaft garantiere Transparenz bezüglich des Investors und der Preisberechnungen.

Zustimmung pendent

Laut Thomas Ackermann, Präsident der Stiftung Loogarten, haben jedoch die Genossenschafter des Sunnige Hof dem Erweiterungsprojekt noch gar nicht zugestimmt. «Das Vorgehen läuft völlig verkehrt», sagt Ackermann, der bis im letzten Jahr selber im Mönchaltorfer Gemeinderat sass. «Als Sunnige Hof würde ich das auch so versuchen, aber als Gemeinde dürfen wir zu ­diesem Vorgehen doch nicht Ja sagen.»

Dass die Genossenschafter das Projekt noch nicht abgesegnet haben, bestätigt Denise Hochstrasser, Bereichsleiterin Kommunikation bei der Genossenschaft Sunnige Hof, auf Anfrage. «Wird die Teilrevision von den Mönchaltorfern genehmigt, wird das Projekt in einem zweiten Schritt den Genossenschaftern vorgelegt», sagt sie. «Die Teilrevision tritt nur in Kraft, wenn auch sie zustimmen.»

Die Genossenschaft Sunnige Hof plant in der Mönchaltorfer Überbauung Silbergrueb einen Neubau für Alterswohnungen und Pflegeplätze, der nun grösser werden soll, als im Gestaltungsplan ursprünglich vorgesehen ist. Der Alters- und Pflegetrakt umfasst unter der Bezeichnung «Das Haus» insgesamt 89 Wohnungen, welche zu 80 Prozent als Alterswohnungen genutzt werden sollen, und eine Pflege­gruppe mit 18 Zimmern. Um die Nutzfläche von rund 5000 auf rund 11’000 Quadratmeter zu ­erhöhen, braucht es aber die ­Zustimmung der Gemeindeversammlung.

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