Politik

Marktchef Kurt Akermann tritt ab

Es ist ein doppelter Abschied für Kurt Akermann: Während 22 Jahren verwaltete er die Wasserversorgung in Wald und organisierte als Marktchef den Walder Markt. Jetzt übergibt er das Zepter für beide Ämter an Mathias Schaufelberger.

Marktchef Kurt Akermann tritt ab

Seit 1995 war Kurt Akermann Herr über das Trinkwasser von Wald. Er überwachte das Versorgungsnetz, spürte im Dorf Wasserlecks nach, kümmerte sich um Reservoirs und Leitungsbrüche und las unzählige Wasseruhren ab. Als Verwalter der Wasserversorgung oblag ihm während der ganzen Zeit aber auch das Amt des Marktchefs. Er nahm die Anmeldungen für den Frühlings- und Herbstmarkt sowie für die Chilbi entgegen, erstellte Standpläne und sorgte an den Markttagen dafür, dass es den Marktfahrern an nichts mangelte und die Besucher am Abend wieder zufrieden von dannen zogen.

«Die Markt- und Chilbitage waren immer speziell schön», sagt Akermann. «Mir gefällt die Atmosphäre am Markt, ich bin gern unter den Leuten, und ich mochte den Kontakt zu den Marktfahrern.» Er habe sich stets als Dienstleister verstanden, der den Kunden den Tag so angenehm wie möglich machen wollte. «Ich fand es auch immer spannend, spontan kleine Probleme zu lösen. Zum Beispiel, wenn sich jemand frühmorgens über eine Bodenmarkierung für den Standplatz aufregte, die ihm nicht korrekt schien.»

Kafi Schnaps am Ustermärt

In zwei Tagen feiert Akermann seinen 65. Geburtstag, Ende April wird er pensioniert. Am Frühlingsmarkt, der am nächsten Dienstag und Mittwoch auf der Bahnhofstrasse stattfindet, wird er die Marktfahrer zum letzten Mal frühmorgens zu ihren Plätzen geleiten und sich dann darüber freuen, wenn sich nach dem ersten Stress allgemeine Zufriedenheit unter ihnen einstellt. Zum ersten Mal wird Akermann nicht allein durch den Markt schlendern und hier und da ein paar Worte verlieren, sondern zusammen mit Mathias Schaufelberger.

Der gebürtige Walder hat bis vor Kurzem als Immobilienkaufmann gearbeitet und war schon lange Präsident der Wasserversorgungsgenossenschaft Wald. Ende April übernimmt er nicht nur Akermanns Arbeit in der Wasserversorgung, sondern auch sein Amt als Marktchef. «Niemand weiss genau, wie lange die beiden Jobs schon aneinander gekoppelt sind», sagt Akermann dazu und lacht.

Das ist kein Problem für Schaufelberger. Selber hat er einen Kollegen jahrelang an den Ustermärt begleitet und dort Kafi Schnaps ausgeschenkt. «Ich hatte immer den Plausch daran und freue mich auf das Amt», sagt er.

Nicht nur Handyhüllen und Brillen

Als neuer Marktchef wird es unter anderem Schaufelbergers Aufgabe sein, den Markt für die Besucher attraktiv zu gestalten. Schliesslich wandeln sich die Bedürfnisse. So standen etwa früher, als der Markt noch sehr bäuerlich geprägt war, auf dem Schlipfplatz verschiedenste Landmaschinen. Und beim Billigen Jakob kauften die Besucher nebst Kälberstricken auch Kuhglocken und Hosenträgerknöpfe. In Zukunft wird Schaufelberger dafür sorgen, dass es an den Ständen nicht nur Handyhüllen, Sonnenbrillen oder Traumfänger zu kaufen gibt.

«Diese Sachen dürfen durchaus ihren Platz haben. Aber es geht darum, bei den angebotenen Waren einen guten Mix hinzukriegen», sagt Akermann. Darum gebe man auch einem Teeladen eine Chance oder selbst gebackenen Meringues und Seifen. «Aber zu viel Handgemachtes soll es auch nicht sein. Wir wollen professionelle Marktfahrer berücksichtigen, die von Berufs wegen nach Wald kommen», so Akermann. 85 Ständen konnten die beiden Männer für den diesjährigen Frühlingsmarkt eine Zusage geben, 50 Marktfahrern mussten sie eine Absage erteilen.

Ein bisschen Wehmut

Auch wenn Akermann in Zukunft wieder auf dem Walder Markt anzutreffen sein wird und in seiner freien Zeit auch neue Märkte entdecken möchte, fällt ihm der Abschied nicht einfach. Am Dienstag und Mittwoch wird er zum letzten Mal während der Arbeitszeit in der Bahnhofstrasse unterwegs sein. «Es wird sicher ein bisschen Wehmut mitschwingen», sagt er.

 

Der Walder Frühlingsmarkt findet am 4. Und 5. April ab 10 Uhr auf der Bahnhofstrasse statt.

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