Winterthurer Nicolas Haelg findet Traumberuf in der Musik
«Ich habe mit 14 Jahren einen Media-Markt-Gutschein gewonnen und mir ein Musikprogramm damit gekauft. Dies war sozusagen der Anfang meiner Karriere», erzählt Nicolas Haelg schmunzelnd. Mittlerweile ist der Winterthurer 28 Jahre alt und produziert seit vier Jahren elektronische Musik, genauer gesagt Deephouse. Diese präsentiert er an der Veranstaltung Electric Station am Samstag, 8. April, im Salzhaus in Winterthur.
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Vom Produzenten zum DJ
Den Anfang machte Nicolas Haelg aber nicht mit elektronischer Musik, sondern mit Hip-Hop-Beats. «Mit 14 hatte ich andere musikalische Interessen als heute», erzählt der Winterthurer. Zehn Jahre produzierte er Beats für kleinere Rapgruppen. «Es kam der Zeitpunkt, an dem ich allein über meine Musik bestimmen wollte – ohne eine Rapgruppe im Vordergrund», erklärt Nicolas Haelg.
Ausserdem habe ihm melodiöse Musik schon immer gefallen. «So kam ich vom Hip-Hop zum Deephouse.» In kurzer Zeit baute sich eine Fanbasis um seine Lieder auf. Im Jahr 2013 fragte ihn die Berner Location Bierhübel an, ob er nicht mit seiner Musik auftreten wolle.
«Ich dachte mir: Warum nicht? Das bringt bestimmt Abwechslung», erinnert sich der Winterthurer. Die DJ-Fähigkeiten habe er sich durch Hilfe von Freunden angeeignet. «Mittlerweile fühle ich mich hinter dem DJ-Pult zu Hause», fügt er an.
Zeit lassen bei der Labelsuche
Das dachte sich auch das holländische Musiklabel Armada. Dieses nahm Nicolas Haelg vor zwei Jahren unter Vertrag. «Mit meinem Team und Label habe ich Riesenglück», so der Beatproduzent. Leider gehe es nicht jedem so.
«Das Musikgeschäft ist nicht ungefährlich. Bei der Suche nach einem guten Label muss man sich viel Zeit lassen», weiss der 28-Jährige aus eigener Erfahrung. Viele Menschen würden Musiker mit falschen Versprechen anlocken.
«Ein Jahr lang war ich an einen Vertrag eines kleinen Labels gebunden, der es mir unmöglich machte, eigene Musik zu veröffentlichen.» Dies passiere meist sehr jungen Musikern, die auf den schnellen Erfolg hofften. «Jeder sollte sich deshalb genau informieren, welchen Vertrag von welchem Label er unterschreibt. So verhindert man, Kleingedrucktes zu übersehen», rät er.
Auch mal eine Blockade
Trotzdem würden für ihn die Sonnenseiten des Musikbusiness überwiegen. «Das Label Armada steht voll hinter mir. Ich kann die Musik machen, die mir gefällt.»
Langweilig werde das Produzieren nicht. «Mein Tagesablauf ist immer unterschiedlich. Auch ich habe Momente, in denen ich nicht mehr weiterkomme mit einem Beat. Wichtig ist, dass ich mir dann dies auch eingestehe», erklärt Nicolas Haelg.
Musikproduzent zu sein, sei sein Traumberuf. «Ich will im Musikgeschäft bleiben. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht liebe, was ich tue.»
Zeit mit Freunden nachholen
Der Auftritt in Winterthur am Samstag, 8. April, bedeute ihm viel. «Zu Hause zu spielen ist ein besonderes Gefühl», schwärmt der 28-Jährige. Hier könne er alle Freunde zusammentrommeln, die er schon länger nicht mehr gesehen habe.
«Ich bin ständig auf der Achse und habe nur beschränkt Zeit für mein enges Umfeld. Trete ich in Winterthur auf, kann ich dies nachholen und mit ihnen feiern», so der Winterthurer. Lampenfieber habe er nicht. «Ein bisschen aufgeregt bin ich immer. Dieses Gefühl verschwindet aber nach den ersten zwei Minuten hinter dem Mischpult. Es freut mich, Menschen mit meiner Musik zu begeistern.»

