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«Die geplanten Pflegeplätze sind nicht nötig»

Der Stiftungsratspräsident der Stiftung Loogarten sass bis vor einem Jahr selber im Mönchaltorfer Gemeinderat. Nun spricht sich die Stiftung gegen die Teilrevision des Gestaltungsplans aus, den die Gemeinde für das Mönchaltorfer Gebiet Silbergrueb beantragt. Es seien keine zusätzlichen Pflegeplätze im Dorf nötig.

So könnte der Neubau der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof aussehen. (Bild: Visualisierung zvg)

«Die geplanten Pflegeplätze sind nicht nötig»

Auf dem Mönchaltorfer Gebiet Silber­grueb plant die Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof einen Neubau für Alterswohnungen und Pflegeplätze. Dieser ist bereits im Gestaltungsplan verankert. Nun will die Genossenschaft aber höher bauen und seine Nutzfläche von rund 5000 auf rund 11 000 Quadratmeter mehr als verdoppeln (wir berichteten). Dafür ist allerdings eine Teilrevision des Gestaltungsplans nötig, die von der Ge­meindeversammlung abgesegnet werden muss. An Informationsveranstaltungen präsentierte der Gemeinderat das Projekt und legte seine Argumentation dar.

Nun meldet sich auch der Stiftungsrat der Stiftung Loogarten zu Wort, die das Alters- und Pflegezentrum Loogarten in Esslingen betreibt. Anders als der Gemeinderat ist der Stiftungsrat der Meinung, dass die Teilrevision nicht nötig sei. Denn das Zentrum Loogarten – das bereits heute das Zuhause von vielen Mönchaltorfer Senioren ist – könne auch in Zukunft den Bedarf an Pflegeplätzen sichern.

«Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Teilrevision oder gegen die Alterswohnungen»

Thomas Ackermann, Stiftungsratpräsident der Stiftung Loorgarten

Der Loorgarten genüge

Stiftungsratspräsident Thomas Ackermann sass bis vor einem Jahr selber im Mönchaltorfer Gemeinderat. Heute ist er der grosse Kritiker des Projekts. «Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Teilrevision oder gegen die Alterswohnungen», sagt er. «Aber dafür, dass kein Zeitdruck besteht, betrachte ich das Projekt als zu wenig ausgereift. Die Teilrevision ist ein Schnellschuss.»

Zwar bestreitet er nicht, dass in Zukunft mehr Pflegeplätze für Mönchaltorfer Einwohner benötigt werden. «Aber auch einen überproportional steigenden Bedarf an Pflegeplätzen kann die Stiftung Loogarten schon heute abdecken», sagt Ackermann. Zudem vertritt die Stiftung die Meinung, dass für den effizienten Betrieb von Pflegeplätzen eine Mindestgrösse notwendig ist, die von der Siedlungsgenossenschaft nicht erfüllt wird.

Auf Gewinn aus

Der Gemeinderat präsentierte am Montag an einer Informationsveranstaltung den Vertrag zwischen der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof und der Gemeinde Mönchaltorf. Laut Stiftungsratspräsident Thomas Ackermann geht daraus die Genossenschaft als einziger grosser Gewinner hervor. «Durch eine Erhöhung der erlaubten Ausnützungsziffer hätte auch das Grundstück mehr Wert», sagt er. Damit sei nicht nur der Gemeinde eine grosse Grundstückgewinnsteuer durch die Lappen gegangen. Auch die Erbengemeinschaften, denen die Genossenschaft das Land abkaufte, hätten dafür höhere Preise verlangen können.

Die Gemeinde Mönchaltorf hat sich seiner Meinung nach zu wenig gut verkauft. «Bei der Teilrevision geht es darum, einen Deal zu finden, bei dem beide Parteien gewinnen», sagt Ackermann. Dass für die Mönchaltorfer Senioren mehr Pflegeplätze zur Verfügung stehen, wenn sie der Teilrevision zustimmen, sieht er nicht als Argument für eine Genehmigung. «Diese Plätze könnte der Loogarten anbieten – die Gemeinde gewinnt durch den neuen Gestaltungsplan nichts.» Ackermanns Meinung nach wäre es deshalb angebracht, dass die Genossenschaft Sunnige Hof die Gemeinde dafür entschädigt, dass der neue Gestaltungsplan ihr eine Verdoppelung der Ausnützung ermöglicht – «schliesslich kann die Genossenschaft dadurch eine massiv höhere Rendite erzielen».

Ackermann sorgt sich ohnehin schon um die Kosten, die seiner Meinung nach unumgänglich auf die Gemeinde zukommen. «In die Alterswohnungen werden auch viele Personen aus anderen Gemeinden ziehen, denn Mönchaltorf selber braucht nicht so viele neue Wohnungen.» Dies sorge dafür, dass die Gemeinde mehr Pflegebeiträge bezahlen muss, sollten diese Menschen zu einem späteren Zeitpunkt stark pflegebedürftig werden.

Loorgarten bevorzugt

Anders sieht dies die Mönchaltorfer Gemeindepräsidentin Annemarie Beglinger (FDP). Sie sieht kein Problem darin, neben dem Zentrum im Loogarten auch in Mönchaltorf Pflegeplätze anzubieten. «Das Hauptangebot in Mönchaltorf werden die Alterswohnungen mit Dienstleistungen sein, nicht die 18 Pflegeplätze», sagt sie. «Das breite Spektrum an Pflege, das der Loogarten zu bieten hat wird es in Mönchaltorf gar nicht geben.» Gerade um den Loogarten nicht zu konkurrenzieren, hätten Mönchaltorfer Einwohner bei den Plätzen im Neubau keinen Vorrang. Ein Platz in Esslingen sei zudem günstiger. «Es ist genau der Sinn der zusätzlichen Abmachungen des Vertrags, das Alters- und Pflegezentrum Loogarten zu bevorzugen», sagt Beglinger.

Ob der Betrieb trotz geringer Grösse effizient laufen kann, liege in der Verantwortung der Betreiber selber, nicht des Gemeinderats. Dass von Mönchaltorf eine Sogwirkung ausgehen wird, was die Alterswohnungen angeht, glaubt sie nicht – zu viele Alterswohnungen gebe es zurzeit anderswo auf dem Markt.

Thomas Ackermanns Hauptargument, die Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof habe sich geschickt um Mehrkosten gedrückt, lässt Beglinger nicht gelten. «Auflage für die höhere Ausnützung ist der Bau von ­Alterswohnungen», sagt die Gemeindepräsidentin. «Wäre der Verkauf der Fläche von Anfang an mit Alterswohnungen ge­koppelt gewesen, hätte dies den Grundstückpreis vielleicht sogar gedrückt.» Jetzt darüber zu spekulieren, wie der Preis sich dann entwickelt hätte, hält sie für unsinnig.

Gemeinde entscheidet

«Seit der Gründung der Stiftung Loogarten sitzen bewusst Vertreter der beiden Trägergemeinden im Stiftungsrat», sagt Annemarie Beglinger. «Diese haben die Pflicht, die Überlegungen ihrer Gemeinde zu vertreten.» Neben dem ehemaligen Mönchaltorfer Gemeinderat Thomas Ackermann sitzt darum auch ein aktueller Gemeinderat, Urs Graf (parteilos), im Stiftungsrat. Zu seiner Doppelrolle will er keinen Kommentar abgeben und verweist lediglich auf die Präsidenten der jeweiligen Gremien.

Das letzte Wort zur Zukunft in der Silbergrueb hat die Mönchaltorfer Bevölkerung an der Gemeindeversammlung vom 6. April. Sie entscheidet, wie gross der Neubau auf dem Gebiet wird und ob dort Alterswohnungen mit Dienstleistungen entstehen können.

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