H2U-Festival findet statt, wird aber leiser
Ein Sturm der Entrüstung war es nicht gerade, aber dennoch gingen nach dem H2U-Stimmenfestival auf dem Ustermer Zeughausareal im vergangenen August überdurchschnittlich viele Lärmklagen ein (mehr dazu). Für den Fall einer erneuten Durchführung verlangte die Stadt von den Veranstaltern deshalb Vorschläge, wie die Anwohner entlastet werden könnten. «Wir haben einen ganzen Katalog an möglichen Massnahmen ausgearbeitet», sagt Rolf Heckendorn, der Co-Gesamtleiter des Festivals.
Um es vorweg zu nehmen: Wie es sich für Pop- und Rockkonzerte gehört, wird es nach wie vor laut zu und her gehen. Doch die Veranstalter wollen mit einer Art Lärm-Management die Lautstärke insgesamt reduzieren. Das bedeutet zum Beispiel, dass nicht mehr das ganze Areal direkt beschallt wird, sondern vermehrt der Bereich direkt vor der Bühne.
Ausserdem soll die Bühne diesmal so ausgerichtet werden, dass sich der Schall parallel zur Zürichstrasse ausbreitet und die Quartiere im Süden dadurch weniger tangiert werden. Von dort kamen im vergangenen Jahr die meisten Reklamationen.
Zwischen den Konzerten wird es leiser
Als weitere Massnahme wird jeden Tag ein Konzert gestrichen, was bedeutet, dass der Beginn des Festivals am Freitag und Samstag nach hinten verschoben wird, und am Sonntag ist früher Schluss. Ausserdem gibt es in den Konzertpausen keine Musik mehr aus den Bühnenlautsprechern, sondern lediglich lokal direkt an den Bars, was die Streuung der Emissionen weiter reduzieren soll. Verbessert werden soll auch die Kommunikation, sagt Heckendorn. «Letztes Mal hat sich gezeigt, dass wir unsere Informations-Flyer zu engräumig verteilt haben, das werden wir diesmal anders machen.»
Uster soll nicht zur Schlafstadt werden
«Die Veranstalter haben unsere Auflagen ernst genommen», sagt Christian Zwinggi, Leiter der Abteilung Präsidiales. In einer Vorprüfung zusammen mit der Sicherheitsabteilung sei man zum Schluss gekommen, dass die Massnahmen zu einer Reduktion des Lärms führen werden. Aus Sicht der Stadt spreche deshalb nichts gegen eine vorläufige Rahmenbewilligung für den Anlass. Eine Veranstaltungsbewilligung ist später Sache der Verwaltungspolizei unter Einbezug der verschiedenen Fachstellen.
Gemäss Zwinggi nimmt die Stadt Lärmklagen aus der Bevölkerung «sehr ernst». Gleichzeitig sei man auch interessiert an einem belebten Zentrum; Uster soll nicht zur Schlafstadt werden. «Deshalb sind wir darauf aus, solche Situation kooperativ zusammen anzuschauen», so Zwinggi. Man müsse den Veranstaltern nach der ersten Durchführung eines Anlasses auch die Möglichkeit geben, aus ihren Erfahrungen zu lernen.
Festival bekommt einen neuen Namen
Das H2U-Stimmenfestival wird es nicht mehr geben – denn jetzt heisst es H2U-Openair. «Dieser Bezug auf die Stimmen im Namen hat viele Leute verwirrt», sagt Rolf Heckendorf, Co-Gesamtleiter des Festivals. Stilistisch wollen sich die Veranstalter am Vorjahr orientieren und Pop mit Ausflügen in verwandte Gefilde bieten.
Allerdings steht nur noch die Hälfte des Geldes für Künstlergagen zur Verfügung. «Wir haben die Lehren gezogen aus 2016», sagt Heckendorn und spricht damit den geringen Publikumsaufmarsch an, der das Festival in die roten Zahlen brachte. Ein vermehrter Fokus auf Schweizer Künstler soll nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: «Einheimische Bands sind bei uns häufig bekannter als internationale Grössen – und die Gagen sind dabei deutlich tiefer.»
Das H2U-Openair findet vom 18. bis 20. August auf dem Zeughausareal statt – gleichzeitig mit den Winterthurer Musikfestwochen. (tba)

