Politik

«Belgische Biere» und Ales aus Weisslingen

Samuel und David Denzler aus Weisslingen brauen schon bald Bier im grossen Stil. Etwa 2000 Liter pro Monat wollen sie produzieren. Ihr Ziel: sich mit der Brauerei im Berg selbständig zu machen. Doch vorerst bleibt das Geschäft ein Hobby.

«Belgische Biere» und Ales aus Weisslingen

Von einem Berg ist weit und breit nichts zu sehen – und doch heisst die Brauerei, die seit Kurzem in einem Neubau an der Dettenriederstrasse in Weisslingen untergebracht ist, Brauerei im Berg. «Das ist der Name des Hofes, auf dem wir aufgewachsen sind», sagt David Denzler. Er hat die Brauerei zusammen mit seinem Bruder Samuel gegründet.

Das namensgebende, mehr als 400-jährige Bauernhaus liegt gleich auf der anderen Strassenseite. «Ein Hügel in der Nähe ist nach dem Gotthard benannt. Keine Ahnung, wieso. Aber wir sind stolz auf unseren Berg», sagt Samuel Denzler.

2000 Liter Bier pro Monat

Noch sind die Brüder daran, sich an die Brauanlage zu gewöhnen. Sie stammt aus der Brauerei Storm & Anchor des Billikers Tom Strickler, der sein Bier zurzeit in Winterthur produziert. 400 Liter Testsud des Biers Zwerg im Berg lagert seit Weihnachten in einem Tank. «Wir wollen sicher sein, dass das Bier die richtige Qualität hat, bevor wir es verkaufen», sagt David Denzler.

Pro Monat werden Denzlers etwa 2000 Liter produzieren. «Wir versuchen, ein Bier zu brauen, das anders, aber ausgewogen ist», sagt Samuel Denzler. Bis jetzt hatten ihre Produkte Ähnlichkeit mit belgischen Bieren. Aber auch Ales sollen angeboten werden. Fünf Sorten – mittels eines Fragebogens von Freunden ausgewählt – sollen standardmässig angeboten werden. Hinzu kommen saisonale Biere. «Wir wollen immer mal wieder etwas Neues ausprobieren», so Samuel Denzler.

Trinken, Essen und Bier kaufen

Das Bier der B. I. B. – so der Rufname der Brauerei – soll in Spezialitätenläden und Bars verkauft werden. Aber auch direkt in der Brauerei in Weisslingen. «Dafür richten wir eine Bar und einen kleinen Gastrobetrieb ein», sagt Samuel Denzler, der selbst in der Küche stehen wird. Die Pflaumen-Schwarzbier-Chili-Würste, die er selbst macht, seien wunderbar, bestätigt Bruder David.

Die Weisslinger betreiben ihre Brauerei zurzeit nur nebenbei. Der Maschinenbauingenieur David Denzler arbeitet an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. Samuel Denzler, gelernter Elektromonteur, macht gerade eine Ausbildung zum Sozialpädagogen. Ziel der beiden ist, sich mit der Brauerei irgendwann selbständig machen zu können. «Zuerst betreiben wir sie aber hobbymässig», sagt David Denzler.

Eröffnungsfeier im Juni

Angefangen hat alles vor etwa sieben Jahren. David und Samuel Denzler haben schon damals bei einem Freund in der Küche Bier gebraut – allerdings nur 40 Liter pro Sud. «Wir organisieren oft Feste auf unserem Hof. Da wollten wir unser eigenes Bier anbieten können», sagt David Denzler. Vor allem, weil die handelsüblichen Lagerbiere nicht ihrem Geschmack entsprochen hätten. Doch der Aufwand für die kleine Menge habe sich nicht gelohnt, auch wenn sie nur für sich selbst und für Freunde brauten. Später konnten die Brüder die Anlage vom Wisliger Bergbräu nutzen, dessen Besitzer mit dem Brauen aufgehört hatte. Die Kapazität war auf 100 Liter ausgerichtet.

Dann plante Vater Werner Denzler die Überbauung an der Dettenriederstrasse. Er wohnt inzwischen dort, Sohn David ist mit seiner Frau und den Töchtern auf den Hof gegenüber gezogen. Im Erdgeschoss des Neubaus gibt es zwei Gewerberäume. «Ich schlug meinen Söhnen vor, dort eine Brauerei einzurichten.» Gesagt, getan: Zwar verzögerten sich die Bauarbeiten, doch Denzlers sind guter Dinge, dass die Eröffnung Anfang Juni mit einem Fest gefeiert werden kann. «Bier wird aber schon vorher verkauft», sagt Samuel Denzler. Der vordere Teil des Raumes soll noch «Atmosphäre» bekommen. «Damit sich Kunden wohlfühlen und in der Brauerei verweilen können.»

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