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Politik

Flüchtlinge haben wieder mehr Platz

Monatelang haben Asylbewerber in Greifensee ohne Tageslicht in einer Zivilschutzanlage gelebt. Nun hat sich die Situation unerwartet verbessert – zumindest vorerst.

Noch im Herbst 2016 sah die Situation für 13 Flüchtlinge in Greifensee gar nicht gut aus. Nachdem sie monatelang in einer unterirdischen Bereitstellungsanlage des Zivilschutzes ohne Tageslicht gehaust hatten, wollte der Gemeinderat mit einer provisorischen Unterkunft aus Wohncontainern an der Tumigerstrasse die Situation verbessern. Doch Rekurse aus der Nachbarschaft stoppten das Vorhaben.

Mittlerweile hat sich die Lage dennoch entspannt, wie Sozialvorsteherin Ursula Schnyder (FDP) erklärt. «Auf unseren Aufruf hin hat sich jemand gemeldet, der einer betroffenen Familie eine 3½-Zimmer-Wohnung zur Verfügung stellen wollte.» Für Schnyder ein Glücksfall – gerade auch vor dem Hintergrund, dass bis dahin sämtliche Aufrufe ohne Wirkung geblieben waren.

Nur vorübergehende Lösung

Doch die Entschärfung der Situation ist nur vorübergehend. Denn die Wohnung steht der fünfköpfigen Familie lediglich bis Ende August zur Verfügung, und sie befindet sich darüber hinaus in Nänikon, also auf dem Gemeindegebiet der Stadt Uster. Würden die Asylsuchenden in Nänikon bleiben, fielen sie dem grossen Nachbarn zu, während Greifensee schon jetzt die vom Kanton vorgeschriebene Quote knapp nicht erreicht. «Wir müssen diese Leute schon wieder nach Greifensee zurückbringen», so Ursula Schnyder.

Weitere Personen konnten in die ordentliche Asylunterkunft oberhalb des Werkhofs zügeln. Dies wurde möglich, weil die Mieter von einer der zwei Gemeindewohnungen gekündigt hatten und die Sozialabteilung dort in der Folge vorläufig Aufgenommene unterbringen konnte. Eine zusätzliche Entspannung der Wohnsituation trat ein, als eine Familie aus Afrika einen negativen Asylentscheid erhielt und für die Ausschaffung aus der Gemeinde abgezogen wurde. Damit steht nun die Bereitstellungsanlage wieder dem Zivilschutz zur Verfügung. Auch der Feuerwehrsaal, der als Aufenthaltsraum gedient hatte, wurde inzwischen ausgeräumt und dient wieder seiner ursprünglichen Bestimmung.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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