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Mönchaltorfer setzen sich für Nepal ein

Nachdem ein Erdbeben im Frühling 2015 Zerstörungen in Teilen Nepals anrichtete, haben zwei Mönchaltorfer einen Verein gegründet, um den Opfern zu helfen. Nach dem Aufbau der Häuser wollen sie sich nun für medizinische Versorgung und Schulbildung einsetzen.

Christian Rupp, Maya Baas und Tobias Flöscher mit ihrem Freund Narayan (von links), der als Trekking-Leiter und City Guide arbeitet. Er ist die Ansprechperson des Vereins in Nepal. (Bilder: zvg)

Mönchaltorfer setzen sich für Nepal ein

«Brauchen die Menschen in Bhumestan überhaupt unsere Hilfe?» Diese Frage stellten sich die beiden Mönchaltorfer Maya Baas und Tobias Flöscher, als sie im Sommer 2015 in Nepal ankamen, um den Opfern des grossen Erdbebens zu helfen. In der Schweiz hatten Sie über 10 000 Franken gesammelt, um die Einheimischen des Dorfes beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu unterstützen.

Doch als sie sich im Stadtzentrum der Hauptstadt Kathmandu umsahen, merkte man nicht sehr viel von der Naturkatastrophe, die sich drei Monate vorher ereignet hatte. «Als wir uns aber auf den Weg in Richtung Bhumestan machten, sahen wir das Ausmass der Zerstörung, das das Erdbeben angerichtet hatte», sagt Baas. «Im Dorf war kein Haus mehr bewohnbar.»

Halbes Jahr Verzögerung

Zwar konnten sie bei ihrem Besuch bereits ein Baukomitee gründen und mit allen Einwohnern Gespräche führen, doch der eigentliche Wiederaufbau der Häuser kam nicht recht in Gang. «Zuerst konnten wir wegen des Monsuns nicht beginnen. Dann weil die Grenze zu Indien für lange Zeit geschlossen war, gelangten weder Baumaterialien noch Benzin für den Transport der Güter nach Nepal», sagt Baas. Dadurch verzögerte sich das Projekt um rund sechs Monate.

Zurück in der Schweiz gründeten sie den Verein «wir-bewegen» und sammelten weiter Geld für die Erdbebenopfer. Als Baas und Flöscher gemeinsam mit ihrem Freund Christian Rupp, der ebenfalls im Vorstand des Vereins ist, im Februar 2016 wieder nach Nepal reisten, waren erste Fortschritte zu sehen. «Es freute uns sehr, wie weit die Bewohner doch schon gekommen sind, obwohl sie erst einen Monat an der Arbeit waren», sagt Baas. «Ein Haus war sogar bereits fertig.» Die Kosten für die 32 Häuser belaufen sich auf rund 36 000 Franken. Noch sind nicht alle fertig gebaut. «Viele sind Selbstversorger und haben nicht viel Zeit, daneben noch ein Haus zu bauen.» Auch fehle es teilweise an Fachkräften.

Medizinische Unterstützung

Obwohl in Nepal vieles langsamer läuft als in der Schweiz, sind die Mönchaltorfer erstaunt, dass die Arbeiten bisher so gut gelaufen sind. Nun haben sie bereits zwei weitere Projekte ins Auge gefasst. Einerseits wollen sie die Bevölkerung Bhumestans unterstützen, damit sie sich eine bessere medizinische Versorgung leisten können. «Meldet uns ein Dorfbewohner einen Notfall oder eine notwendige Behandlung, übernimmt der Verein die Kosten», sagt Baas. Bereits konnten sie so einem jungen Mann eine Augenoperation und damit die Chance auf eine Ausbildung ermöglichen. Zudem unterstützen sie Familien finanziell, dass sie auch ihre Töchter länger in die Schule schicken können. «Noch ist es bei armen Familien üblich, die Mädchen nach Abschluss der Grundschule zu verheiraten», sagt Baas. «Wir wollen aber, dass sie auch die zweijährige High-School absolvieren können.»

Neben Geldspenden ist der Verein auch auf Sachspenden angewiesen, die sie jeweils persönlich nach Nepal bringen. Seit Kurzem gibt es auf der Website auch einen Shop mit Produkten, die Baas und Flöscher kurz nach dem Erdbeben in Kathmandu gekauft haben, «um das Gewerbe vor Ort zu unterstützen.»

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