Stadtratskandidaten: Wer ist eigentlich wer?
Christa Meier (SP), Daniel Oswald (SVP), Michael Zeugin (GLP), Barbara Huizinga-Kauer (EVP) und Jürg Altwegg (Grüne) – diese Namen und deren Gesichter schmücken seit Wochen die Plakate in Winterthur. Die fünf Politiker kämpfen um die Nachfolge des abtretenden Stadtrats Matthias Gfeller. Der Grüne gibt aufgrund der Wärmering-Affäre und aus gesundheitlichen Gründen sein Amt auf. Am 12. Februar stimmt das Volk über seinen Ersatz ab. Doch wie bekannt sind die Kandidierenden bei der Winterthurer Bevölkerung?
Grünliberaler am bekanntesten
Der «Stadi» wollte von zufällig ausgewählten Winterthurern wissen, welche Gesichter sie namentlich erkennen und welcher Partei die Kandidierenden angehören. 100 Passanten wurden mit den offiziellen Wahlfotos der Anwärtern konfrontiert. 52 Frauen und 48 Männer versuchten, sich an die Namen und die Parteizugehörigkeit zu erinnern. 38 Prozent der Befragten waren zwischen 18 und 35 Jahren alt und 29 Prozent zwischen 36 und 60 Jahren. Den Rest machen die über 61-Jährigen aus.
Michael Zeugin kandidiert bereits zum dritten Mal für den Stadtrat. Kein Wunder, dass er den höchsten Wiedererkennungswert hat – 37 der 100 Gefragten wussten den Namen des GLP-Gemeinderats. Die beiden Anwärter der zwei Grossparteien lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schliesslich siegte Christa Meier: 33 Personen kannten ihren Namen, 54 wussten, welcher Partei die SP-Kandidatin angehört. Daniel Oswald war 28 Personen namentlich bekannt, seine Partei wussten 51 Befragte.
EVP-Gemeinderätin Barbara Hui-zinga-Kauer war der Bevölkerung weniger bekannt. 20 von 100 Gefragten konnten sich an den Namen erinnern, 26 wussten, dass sie zur EVP gehört. Und Jürg Altwegg? Der Panaschierkönig von 2014 hat den kleinsten Erkennungswert. Bloss 14 Passanten wussten seinen Namen. Dass er den Grünen angehört, ist den Winterthurern geläufiger: 27 teilten ihn der richtigen Partei zu.
Noch zu wenig informiert
Was erstaunte: Bei den Befragten spielte weniger die Person als die Parteizugehörigkeit der Anwärter eine Rolle. Daniel Oswald ist für einige als SVP-Kandidat nicht wählbar. Für andere sei die SP mit zwei Sitzen genügend vertreten. Die Grünen und die GLP seien zu links, die EVP wurde für den christlichen Hintergrund kritisiert. 23 Prozent der Befragten konnten die Fragen nicht beantworten. «Ich habe mich noch nicht informiert» oder «Es interessiert mich nicht» waren die meist genannten Rechtfertigungen. Generell sind viele Winterthurer noch unentschlossen.
55 Personen konnten sich noch nicht auf einen der fünf Kandidierenden festlegen. Am meisten Anhänger hat Christa Meier mit 15 Stimmen, dicht gefolgt von Daniel Oswald mit 14 Unterstützer. Etwas abgeschlagen folgt Jürg Altwegg. Er heimste acht Stimmen ein. Obwohl Michael Zeugin am meisten erkannt wurde, bekam er nur fünf Stimmen. Das Schlusslicht bildet schliesslich die EVP-Gemeinderätin Barbara Huizinga-Kauer. Sie erhielt drei Stimmen.
Etwas mehr als zwei Wochen haben die Winterthurer nun noch Zeit, sich eine Meinung zu bilden und sich auf eine der Kandidierenden festzulegen. Der Wahlkampf bleibt spannend.
