Naturschützer kritisiert neuen Radweg
Zwischen Uetikon am See und Egg soll entlang der Berg- und der Meilenerstrasse ein rund 1,4 Kilometer langer Radweg entstehen. Denn momentan endet der bestehende Veloweg von Egg her kommend in Ausser-Vollikon, jener von Uetikon hört auf Höhe Gibisnüd auf. «Die Radwegführung wurde bereits mit dem regionalen Richtplan mit Beschluss des Regierungsrats 1998 festgesetzt und ist damit behördenverbindlich», sagt Tobias Etter vom kantonalen Amt für Verkehr.
Gleichzeitig sind eine Fahrbahnsanierung vorgesehen und Anpassungen an Bachdurchlässen sowie von Kreuzungen, die Erstellung eines begehbaren Kiesbanketts für Wanderer und die Renovierung einzelner Leitungen der Strassenentwässerung.
Der neue Radweg soll 1,4 Kilometer einseitig entlang der Kantonsstrasse führen und wird 2,5 Meter breit.
Laut Projektbericht ist eine Fläche von 5000 Quadratmetern vom Vorhaben betroffen. Um die überbaute Fläche möglichst klein zu halten, wird der Grünstreifen laut Etter zwischen Fahrbahnrand und Radweg auf ein Minimum von
80 Zentimetern Breite reduziert.
Variante verworfen
Obwohl die Einsprachefrist für das Projekt schon seit Monaten abgelaufen ist, wandte sich der Egger George Angehrn Ende Dezember mit einer Anfrage an das Zürcher Amt für Verkehr. Denn für den Präsidenten des Natur- und Heimatschutzvereins Egg ist es unverständlich, dass Tausende von Quadratmetern Land für den neuen Radweg zubetoniert werden sollen.
«Dass die Radweglücke geschlossen werden soll, finde ich eine gute Sache», sagt er. Seiner Meinung nach hätte aber anstatt eines neuen Wegs der bereits bestehende Chnolliweg zum Veloweg ausgebaut werden sollen. «Mit dieser Lösung müsste nicht neues Land asphaltiert werden.»
Diese Variante hatte der Kanton im Vorfeld ebenfalls angedacht, aber wieder verworfen. Im Rahmen der Erarbeitung eines Velonetzplans sei das bestehende Netz überprüft worden. Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkauf würden die Hauptzielgruppe des Velowegs darstellen.
Zusätzliche Höhenmeter überwinden
«Hierbei werden Verbindungen entlang von Kantonsstrassen bevorzugt, da diese meist die direktesten Anbindungen sicherstellen, einfache und bessere Orientierung bieten und eine bessere soziale Sicherheit gewährleisten», heisst es in Tobias Etters Ausführungen. Zudem müsste dabei ein Umweg in Kauf genommen werden, und zusätzliche Höhenmeter müssten überwunden werden.
Darum werde eine Wegführung entlang der Kantonsstrasse bevorzugt. Auch sei es gemäss der Bundesverordnung über Fuss- und Wanderwege verboten, den Chnolliweg für den Veloverkehr zu asphaltieren.
Asphaltierte Wanderwege
Eine Argumentation, die George Angehrn nicht verstehen kann. «Ich glaube nicht, dass viele Personen diese Strecke als Arbeitsweg brauchen», sagt er. Zudem kenne er schweizweit viele Wanderwege, die asphaltiert seien.
Etter bestreitet nicht, dass Wanderwege zum Teil über befestigte Strassen führen. «Meist handelt es sich dabei aber um Zugangswege zum eigentlichen Wanderwegnetz», sagt er. Zudem sei der Kanton dazu verpflichtet, Ersatzangebote für asphaltierte Wanderwege zu schaffen.
Die Kosten für den Radweg und die Sanierungen werden vollumfänglich durch den Kanton getragen. Die Gemeinden Egg und Uetikon am See wurden zur Vernehmlassung zum Projekt eingeladen. Der Egger Gemeinderat hat die Radweglückenschliessung grundsätzlich begrüsst, bat jedoch darum, vom Kanton geplante Stützmauern entlang dem Radweg zu überdenken und eine ortsbildverträglichere Lösung zu finden. Zudem hat er angeregt, die Situation beim Wanderweg entlang der Meilenerstrasse zu verbessern.
Erneute Auflage
Von den rund 4,2 Millionen Franken, die das gesamte Projekt verschlingen wird, fallen rund 2 Millionen für den Bau des Radwegs an. «Das sind aber immer noch 1428 Franken pro Meter», sagt Angehrn. «Die Kosten werden vom Kanton getragen, unsere Steuergelder sind es trotzdem.»
Aufgrund von Verbesserungsvorschlägen, welche im Einwendungsverfahren eingingen und derzeit durch das Tiefbauamt geprüft werden, wird im Frühling/Sommer eine erneute Auflage erfolgen – eine Tatsache, die George Angehrn sehr freut.
«Nun werde ich mich frühzeitig informieren, ob ich zu einer Einsprache berechtigt bin», sagt er. Die neue Frist will er auf keinen Fall ungenutzt verstreichen lassen.
