Es gab mal eine Zeit, da war das Füttern von Enten die einfachste und unkomplizierteste Sache der Welt. Man benötigte Brot, vorzugsweise ein Kind, und Enten. Okay, Spassvögel steckten vielleicht noch ein paar Kieselsteine ein, um die Enten ein wenig zu verarschen, aber das wars dann auch schon.
Leser Diego Schönenberger zieht junge Enten auf:
Nun, mittlerweile hat sich die Sache etwas verkompliziert. Denn heute ist das Füttern falsch verstandene Tierliebe – mit gravierenden Folgen, wie die Natur- und Vogelschützer uns einimpfen: Fütterung sei weder nötig noch artgerecht und führe durch die Gewöhnung zu einer Abhängigkeit, führe zu Stress, habe eine Menge Kot zur Folge, steigere die Gefahr von Seuchen und Krankheiten, locke Ratten und Mäuse an und sei verantwortlich dafür, dass die Wassertiere ihre natürliche Scheu vor den Menschen verlieren.
Erst einmal keine Bussen
Und dann ist es stellenweise auch noch richtig verboten. Wer zum Beispiel am Greifensee oder am Pfäffikersee Enten und Schwäne füttert, verstösst gegen die Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung. Klingt nach Schwerverbrechen, gibt jedoch erst einmal keine Anzeige, wie Regula Hediger von der Greifenseestiftung auf Anfrage mitteilt. «Wir hoffen, dass wir mehr erreichen durch Informationen und Aufklärung.»
