«Familienpraxis schliesst Versorgungslücke» – so titelte der ZO/AvU im November vor einem Jahr. Damals waren alle Beteiligten optimistisch, die Gesundheitsversorgung in Mönchaltorf schien gerettet zu sein. Bislang hat sich die erhoffte Verbesserung aber nicht eingestellt. Im Gegenteil.
Junge wollen Freiheiten
Im vergangenen Herbst öffnete die Familienpraxis Mönchaltorf ihre Türen. Die beiden Hausärzte des Dorfs – Markus Meier und Joseph Schüepp – legten ihre Praxen zusammen und holten zusätzlich Kinderarzt Samuel Nef ins Boot. Beide Hausärzte waren knapp vor dem oder bereits im Pensionsalter. Mit der Familienpraxis wollten sie jungen Hausärzten eine Teilzeitarbeit ermöglichen – in der Hoffnung, diese würden zu einem späteren Zeitpunkt ihr Pensum aufstocken. Denn ohne einen Nachfolger wollen beide nicht in Pension gehen. Meier musste vor der Eröffnung bereits seine eigene Praxis für einige Monate schliessen, da er keine medizinischen Praxisassistentinnen mehr fand. Doch zusammen mit Schüepps Belegschaft konnte die Arbeit in der gemeinsamen Praxis abgedeckt werden. Zudem gelang es ihnen, eine Ärztin aus Uster zu verpflichten, eine 30- Prozent-Stelle in der Praxis zu übernehmen. Dies erlaubte dem damals 65-jährigen Meier, auf 70 Prozent zu reduzieren.
Aktuell arbeitet Markus Meier jedoch wieder 100 Prozent. «Ich bin mehr eingebunden als je zuvor», sagt er. Zudem verlasse die neue Ärztin die Familienpraxis Ende Jahr, da sie eine berufliche Auszeit nehme – eine Rückkehr nach Mönchaltorf sei unwahrscheinlich. «Ziel Nummer eins war, dass die ärztliche Versorgung nach der Schliessung meiner Praxis mittelfristig weiter gewährleistet ist», sagt Meier. «Dies haben wir erreicht. Aber das zweite Ziel, Nachfolger zu finden, ist nach wie vor weit entfernt.» Zwei junge Ärzte seien interessiert gewesen, aber als es darum gegangen sei, einen Vertrag zu unterschreiben, seien sie wieder abgesprungen. «Hausarzt zu sein, bedeutet, sich über längere Zeit an einem Ort niederzulassen – das wollen die Jungen heutzutage nicht», sagt Joseph Schüepp. «Sie wollen ihre Freiheit.»
Problem in vielen Gemeinden

