Zu wenig Nachfrage: Müze-Kafi muss Treffs zusammenlegen
Im Gegensatz zu anderen Vereinen hat das Mütterzentrum Uster keinen Helfermangel. Wie haben Sie das geschafft?
Karen Betschart: Viele sind schon jahrelang dabei und engagieren sich. Dazu kommt, dass immer wieder neue Mütter unsere Anlässe besuchen und sich irgendwann selber aktiv beteiligen wollen. Man könnte fast sagen: Solange regelmässig Kinder auf die Welt kommen, haben wir kein Helferproblem. Auch ich kam mit meinen Kindern zuerst nur als Besucherin vorbei. Nun leite ich das Müze-Kafi seit einem Jahr.
Und trotzdem muss nun ein Kafitreff geschlossen werden. Warum?
Am Freitagnachmittag kamen regelmässig nur noch zwei Mütter mit ihren Kindern vorbei. Sehr wahrscheinlich sind die meisten Familien dann in ihren Gedanken schon im Wochenende und haben andere Pläne. Darum werden wir das Erlebnis- und Spielekafi ab dem neuen Jahr mit dem Chrabelkafi am Mittwochnachmittag zusammenlegen. Auch das «Gschichtetrückli» wird auf den Mittwoch verschoben.
Wie viele Personen kommen denn für gewöhnlich an die Kafitreffs?
Das variiert natürlich stark. Im Normalfall sind es 10 bis 15 Mütter, die jeweils mit ihren Kindern vorbeikommen. Zu Spitzenzeiten können es aber auch bis zu 30 Mütter sein.
Welches Angebot zieht am meisten Besucher an?
Auf jeden Fall das Chrabelkafi. Kurz nachdem ich die Leitung übernahm, bauten wir dieses Angebot sogar aus. Grundsätzlich gilt: Je jünger die Kinder sind, desto öfter kommen die Mütter zu den Treffs.
Was für Reaktionen haben Sie auf die Schliessung des Kafis am Freitagnachmittag erhalten?
Die beiden Frauen, die jeweils vorbeikommen, haben viel Verständnis gezeigt. Sie sahen ja selber, dass zu wenig Nachfrage herrschte. Die Änderung im Programm war ein relativ kurzfristiger Entscheid, der sich wohl noch nicht rumgesprochen hat. Wir werden in unserem Newsletter im neuen Jahr auf den neuen Kalender hinweisen.
Müze-Kafi
Das Müze-Kafi findet mehrere Male unter der Woche im Mütterzentrum an der Zentralstrasse 32 statt. Mehrmals im Monat werden spezielle Spiel- und Geschichtentreffs sowie internationale Treffen angeboten, bei denen Mütter- und Erziehungsberaterinnen oder Kulturvermittlerinnen mit dabei sind.