Schlittschuh laufen ohne Eis
Andreas Salim ist begeistert vom Eisfeld, das keines ist. «Gegenüber einem herkömmlichen Kunsteisfeld ist unsere Anlage sehr viel ökologischer», sagt der stellvertretende Milandia-Leiter. Es brauche keinen Strom, kein Wasser und sei auch vom Unterhalt her relativ unkompliziert. Neben einer gelegentlichen Reinigung müsse nur ab und zu die Oberfläche poliert werden, so Salim.
Erst wurde geübt
Seit knapp drei Wochen steht das 450 Quadratmeter grosse Kunststoff-Eisfeld neben dem Naturpool auf dem Areal des Sport- und Erlebnisparks der Migros. Nach der sogenannt stillen Eröffnung konnte das Team eine Woche lang Erfahrungen sammeln. «Wir mussten Abläufe einüben und den Personaleinsatz koordinieren», sagt Salim. Vor zwei Wochen war dann die offizielle Eröffnung, an der sich auch Radio Zürisee beteiligte. Mit dem bisherigen Publikumsaufmarsch ist Salim zufrieden. «Unser Angebot ist ja noch nicht so bekannt, aber am letzten Mittwoch war es doch schon recht voll», sagt er.
Offen für Kunststoffeis
Salim hat es sich nicht entgehen lassen, das Kunststoffeis selber zu testen. «Es braucht ein bisschen mehr Kraft», weiss er, «man gewöhnt sich aber sehr schnell daran – auch an den anderen Klang.» Da der Belag nicht so glatt ist wie Eis, sei er auch für Anfänger ideal. Kinder hätten bei ihren ersten Gehversuchen weniger Mühe, weil sie auf dem Kunststoff besser «täbelen» könnten.
Eine Skepsis der Milandia-Kunden gegenüber dem Kunststoffbelag hat Salim nicht festgestellt. Im Gegenteil: «Die Leute sind neugierig darauf und wollen das synthetische Eis ausprobieren. Und sie goutieren den ökologischen Gedanken, der dahinter steht.»
Die Anlage besteht aus Platten, die nahtlos aneinander gefügt sind. Sie könnte theoretisch beliebig vergrössert werden. In dieser Saison sei das aber kein Thema. «Wir sind in der Pilotphase und denken auch noch nicht darüber nach, ob es sich lohnen könnte, eine solche Anlage zu kaufen statt zu mieten.»
Das Wintergeschäft ankurbeln
Das Kunststoff-Eisfeld ist das Baby von Milandia-Leiter Heinz Anderwert. Der möchte damit das Wintergeschäft ankurbeln sowie die Sport- und Freizeitanlage im Bereich Firmen- und Vereins-Events stärken. Zum Angebot gehören auch eine Schlittschuhvermietung, ein Snackwagen mit Glühwein, gemütliche Sitzgelegenheiten und ein grosses aufblasbares Iglu zum Aufwärmen. Und nicht zu vergessen: Zwei 24-Meter-Bahnen zum Eisstockschiessen, die sich von Wind und Wetter geschützt in einem Zelt befinden – inklusive Bar mit Stehtischen und Heizpilzen für Apéros.
Das Ganze soll laut Salim auf den Winter beschränkt bleiben – selbst wenn eine Kunststoff-Eisbahn auch im Sommer tadellos funktioniert.
