Ursina Wiedmer nennt sie «eigentliche Hotspots der Artenvielfalt»: Moorlandschaften wie das Robenhauser Ried, die sich hinter dem Industriegebiet in Wetzikon auf einer Fläche von 11 Quadratkilometern über das Gebiet um den Pfäffikersee erstrecken.
Das Ried gehört zu den wenigen Moorlandschaften im Mittelland mit dem Status «von nationaler Bedeutung». «Solche noch erhaltenen Moore sind ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen, aber auch ein attraktiver Naherholungsraum für die Bevölkerung», sagt die Leiterin der kantonalen Fachstelle Naturschutz. Diese ist unter anderem für den Schutz der Moore im Kanton Zürich zuständig.
Fast keine Hochmoore mehr
Doch was versteht man unter dem Begriff Moor? «Innerhalb einer Moorlandschaft gibt es verschiedene Moorbiotope, die sich wiederum in verschiedene Typen einteilen lassen», erklärt Wiedmer, während sie in Wanderschuhen und Regenjacke durch das Robenhauser Ried führt. Die Landschaft am Pfäffikersee bildete sich als Folge eines grossen nacheiszeitlichen Sees, der zunehmend verlandete, indem Pflanzen vom Rand her in den See hineinwuchsen. Die abgestorbenen Pflanzen im Wasser bildeten dann Torfablagerungen, die zu einem Moor herangewachsen sind.
«Eine Torfablagerung wächst im Jahr etwa einen Millimeter. Das heisst, die Entstehung eines Moors dauert Jahrhunderte», sagt die Biologin. Wenn ein solches Moor noch in Kontakt mit dem Grundwasser steht, spricht man von einem Flachmoor. Ist die Torfschicht dicker und stehen die Pflanzen nicht mehr in direktem Kontakt mit dem Grundwasser, spricht man von einem Übergangs- oder Hochmoor.

