«Winterthur ist Weihnachten für mich»
«Mein grösster Traum als kleiner Junge war es, in einem Speisewagen als Koch zu arbeiten.» Viele Jahre später hat sich Daniel Kägi aus Au ZH diesen Traum erfüllt – wenn auch auf eine ein bisschen andere Art. Seit acht Jahren kommt er mit seiner «Dampfchuchi» jedes Jahr an den Weihnachtsmarkt in Winterthur und verkauft Pastys (gefüllte Teigtaschen) und Dampfkaffee.
So auch zum diesjährigen 20-Jahr-Jubiläum des Winterthurer Weihnachtsmarkts. «Dieser bedeutet Weihnachten für mich. Kein Volk ist so offen wie die hiesigen Bewohner», schwärmt Daniel Kägi.
Geträumt, getan
Seinen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen begann Daniel Kägi nach seiner Lehre als Koch. «Leider war damals die Blütezeit der Speisewagen bereits vorbei», erinnert sich der heute 51-Jährige zurück. Doch die Idee, mit Dampftechnik zu kochen, blieb bestehen. «Eines Tages kam der Organisator der Treberwurst-Messe in Meilen auf mich zu. Er wollte, dass ich ein warmes Dessert kreiere.»
Daniel Kägi stimmte zu. Dabei kam er auf die Idee, Dampfnudeln anzubieten. Jedoch unter einer Bedingung: Sie sollten nicht normal, sondern mit der Dampftechnik zubereitet werden. So geschah es dann. Schnell wurde dem dreifachen Vater aber bewusst, zum Nachtisch gehört auch Kaffee. «In England habe ich in einem Museum eine alte Dampfkaffeemaschine gesehen.
Sofort war mir klar: So eine brauche ich.» Also machte sich Daniel Kägi auf die Suche nach Bauteilen. Unzählige Flohmärkte habe er abgeklappert, bis er schliesslich eine Dampfkaffeemaschine zusammenbauen konnte.
«Meine Dampfchuchi kann nicht backen»
Den Durchbruch hatte Daniel Kägi im Jahr 2005. «Chrigi Kessler, ein guter Freund von mir, ist der Wirt des Flugplatzes Speck in Fehraltorf. Dort finden die jährlichen Highland-Games statt. Chrigi wollte mich als Austeller 2006 dabei haben», erzählt der 51-Jährige. Da die Highland-Games ursprünglich aus Schottland kommen, verlangte er jedoch noch etwas typisch Englisches.
Für Daniel Kägi war klar: Pastys müssen her. Zusätzlich zur Kaffeemaschine und dem Nudelkocher wurde eine Warmhaltemaschine konzipiert. «Meine Dampfchuchi kann nicht backen, aber die Teigtaschen warm halten. Das ist vor allem in der Winterzeit wichtig», sagt Daniel Kägi lachend.
Die Dampfchuchi, bestehend aus Dampfkaffeemaschine, Nudelkocher und Warmhaltemaschine, wurde zum Erfolg an den Highland-Games 2006. Die Besucher seien neugierig gewesen, da sie so etwas noch nie gesehen hätten. Schon bald habe Daniel Kägi viele Anfragen als Aussteller erhalten. Die Dampfchuchi wurde zu seinem Vollverdienst.
Ein Ort voller Überraschungen
So kam es, dass auch der Präsident des Winterthurer Weihnachtsmarkts, Nobi Albl, auf Daniel Kägi aufmerksam wurde. «Da es sonst niemanden gibt, der mit Dampftechnik kocht, wollte er mich als Aussteller dabei haben.» Die Stimmung an diesem Markt sei sehr speziell. Die Besucher würden sich freuen, wenn sie ihm am Markt begegneten. «Sätze wie ‹Toll, sind sie wieder da› höre ich sehr gerne», schwärmt der gelernte Koch.
Mit dem Ende des Winterthurer Weihnachtsmarkts am 23. Dezember sei der Weihnachtszauber für ihn vorbei. «Die Weihnachtstage danach sind immer sehr stressig», begründet er lachend. Der Weihnachtsmarkt hingegen stecke voller positiver Überraschungen. So auch dieses Jahr. «Zum diesjährigen Jubiläum hat es an einer Wagenseite eine spezielle Vitrine. Den Inhalt verrate ich aber noch nicht», gibt sich Daniel Kägi zum Schluss geheimnisvoll.

