Der flötenspielende Buchautor
Conrad Steinmann steht in seinem Musikraum im Wohnquartier Rychenberg, umgeben von Notenständer und verschiedensten Instrumenten. Zu finden sind Flöten in aller Formen und Farben, aber auch exotische Gerätschaften. «Viele davon habe ich auf meinen Reisen kennengelernt», erzählt Conrad Steinmann. Eines Tages entstand die Idee, die Erinnerungen an diese Reisen niederzuschreiben. Daraus entstand das Buch «Drei Flöten für Peter Bichsel», welches am Dienstag, 8. November, in Zürich im Sachbuchverlag rüffer&rub vorgestellt wurde.
Überraschend schnell
Die ursprüngliche Idee von Conrad Steinmann war, einen Katalog über seine Instrumente zu erstellen. «Ich wollte Details wie Baujahr, Hersteller und Herkunft festhalten. Es gab aber auch viele Anekdoten von meinen Reisen, die ich dazuschrieb», erzählt der fünffache Vater. Er habe nie darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben. Nachdem aber die Geschichten zu lange für einen Katalog wurden, musste sich der Flötist eine Lösung überlegen.
«Diverse Umstände führten mich zum Verlag rüffer&rub. Anne Rüffer, die Verlagsleiterin, überredete mich schliesslich, die Geschichten in Form eines Buchs zu verfassen», erzählt der Winterthurer. Die Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und Autor verlief ohne Probleme. «Es überraschte mich, schon nach neun Monaten das fertige Buch in meinen Händen zu halten. Es ging alles sehr schnell», schwärmt der 64-Jährige.
Miteinander statt nacheinander
Der Titel seines Buchs «Drei Flöten für Peter Bichsel» ist natürlich kein Zufall. Der Schweizer Autor Peter Bichsel und Conrad Steinmann lernten sich vor 29 Jahren kennen, ebenfalls auf einer Reise. «Wir waren auf dem Weg zu einem Festival in Essen. Peter war für eine Lesung eingeladen, ich selber für ein Konzert im Anschluss.
Auf dem Weg entschieden wir uns spontan, nicht nacheinander, sondern miteinander aufzutreten. Seit diesem Tag sind wir befreundet.» Der Musiker erinnere sich gerne an Zeiten mit Peter Bichsel zurück, zum Beispiel an dessen achtzigsten Geburtstag. «Ich hatte für meinen Freund Peter eine Geschichte mit dem Namen ‹Drei Flöten für Peter Bichsel› geschrieben, als Geschenk.» Diese Geschichte sei auch im Buch enthalten und wurde zum Namensgeber des ersten Werks von Conrad Steinmann.
Dass er seine Liebe zur Musik in einem Buch zu Papier bringen könne, bedeute ihm sehr viel. «Ich brauche die Musik wie die Luft zum Atmen», sagt er über seine grösste Leidenschaft. Diese entdeckte er mit 16 Jahren, als er seinen ersten Flötenlehrer kennenlernte.
Eigentlich wollte Conrad Steinmann Archäologe werden. Die Faszination an der Musik gewann jedoch die Oberhand, privat wie beruflich. Seit 35 Jahren doziert er am Basler Ausbildungs- und Forschungszentrum für alte Musik, der Schola Cantorum Basiliensis, und bringt den Studierenden alles rund um die Blockflöte bei.
Zukünftig wolle der Flötist noch ein Buch herausbringen, welches sich um seine zweitgrösste Leidenschaft drehen soll: die Instrumente und ihre Musik in der griechischen Antike. Dies werde aber ein wissenschaftliches Buch sein, das in einem archäologischem Verlag erscheinen werde. «Ich habe meinen Traum von der Archäologie nie ganz aufgegeben. So ist es mir möglich, wenigstens an der Oberfläche zu kratzen», sagt Conrad Steinmann glücklich.
