Pfäffiker Zwillinge drehen Kinofilm mit Beat Schlatter
Gefesselt mit Handschellen und nur mit einem Pyjama und Bademantel bekleidet, wird ein Zetermordio schreiender Mann am helllichten Tag von zwei Polizisten aus seinem Haus geführt und in ein bereitstehendes Patrouillenfahrzeug bugsiert. Der Mann ist ein Flitzer und gehört zu einer geheimen Organisation, die in Schweizer Fussballstadien in den vergangenen Wochen mit ihren überraschenden Auftritten für aufsehenerregende Szenen sorgte. Inszenierte Szenen, denn sie sind Teil eines illegalen Systems für Sportwetten.
Zentrale Szene mit Pfäffikern
Inszeniert ist auch die eben geschilderte Verhaftung – und die ganze Wett-Story dahinter, denn beides zusammen bildet den Hauptbestandteil eines Films. «Flitzer» heisst die Schweizer Kinoproduktion des preisgekrönten Filmemachers Peter Luisi und des Kabarettisten Beat Schlatter, der auch gleich eine der drei Hauptrollen spielt.
Der Dreh zur Festnahme im Video. (Video: Ernst Hilfiker)
Und in der zentralen Szene der Festnahme eben eines dieser gesuchten, mysteriösen Flitzer sind als Polizisten zwei Pfäffiker im Einsatz. Besondere Pfäffiker, denn es handelt sich bei Matthias und Roland Portmann um eineiige Zwillinge.
Einer der beiden ist effektiv Polizist
Als die wichtige Nebenrolle mit den beiden Polizisten besetzt werden musste, «war es naheliegend», dass man die Pfäffiker Brüder anfragte, erinnerte sich Beat Schlatter im Gespräch mit dem ZO/AvU. «Naheliegend», weil Schlatter und die in ihrer Freizeit im Comedy-Bereich aktiven Zwillinge sich seit mehreren Jahren kennen und schätzen und weil er die Brüder ebenso als «grossartige Komödianten» wie als «sehr einnehmende» Menschen einstuft.
Und auch wegen ihrer Berufserfahrung im Blaulichtbereich: Denn Matthias ist tatsächlich Polizist bei der Kantonspolizei Zürich, und Roland ist Kommunikationschef von Schutz & Rettung Zürich. Ergo: Die zwei 40-jährigen Familienväter, die sich nicht nur aufs Haar gleichen, sondern früher als Rettungssanitäter auch denselben Beruf ausübten, «passten absolut» für die Rolle.
Sofort zugesagt
So begeistert wie Schlatter da spricht, sprechen auch die Portmanns. Als im Frühling die Anfrage zum Mitmachen im Film kam, habe man sofort zugesagt. Denn das Angebot ist für die Oberländer im doppelten Wortsinn grosses Kino: «Wir schauspielern wahnsinnig gern, und das Drehbuch hat uns sehr gut gefallen.»
«Das Publikum wird sie lieben»
Die Dreharbeiten zu «Flitzer» dauern noch diesen Monat, ein Jahr später kommt der Film die Kinos. Sowohl aufgrund der Handlung wie der Darsteller verfügt die Komödie über die Ingredienzen, die es für einen erfolgreichen Streifen braucht. Ob der Film dann wirklich ein Kassenschlager wird, das lässt sich natürlich noch nicht sagen. Etwas prognostiziert Beat Schlatter aber jetzt schon, nämlich wie das Echo auf die Pfäffiker Zwillinge ausfallen dürfte: «Das Publikum wird die beiden lieben!»
