Wenn aus Plastiktaschen Mode wird
Wer kennt es nicht: Nach einer grossen Einkaufstour kommt man mit einem Dutzend Plastiktüten nach Hause. «Die werde ich das nächste Mal wieder brauchen», sagt sich jeder. Doch die Säcke stapeln sich bei den meisten so lange, bis man irgendwann nicht mehr weiss, wohin mit ihnen. Jris Penna aus Wiesendangen fand nun eine Lösung für dieses Problem: Sie hat eine kreative Art entwickelt, alte Plastiktüten weiterzuverwenden.
Von «Freitag» inspiriert
«Ich finde es grauenvoll, dass kleine Produkte oft in riesige Säcke gepackt werden», erzählt die 57-Jährige. So habe sie sich überlegt, ob man nicht etwas Sinnvolles aus diesen Tüten machen könnte. «Ich habe gemerkt, dass ich selber noch Plastiktüten zu Hause habe, die schon drei Jahre alt sind. Ich wollte etwas Kreatives schaffen», berichtet Jris Penna. Sie habe sich von der Marke Freitag inspirieren lassen.
So entstand die Idee, aus alten Säcken Schminktäschchen, Etuis und Münzportemonnaies zu kreieren. Die Wiesendangerin wusste, dass es schon viele ähnliche Produkte auf dem Markt gibt. Trotzdem liess sie sich von ihrer Idee nicht abbringen. «Es war nicht mein Ziel, etwas ganz Neues zu erschaffen, sondern alte Plastiksäcke sinnvoll zu verwenden und der Umwelt Gutes zu tun», erklärt sie. Vor sechs Wochen hat die Angestellte im Winterthurer Manor mit dem Nähen angefangen. Sie sei ohne genauen Plan einfach an die Nähmaschine gesessen und habe verschiedene Dinge ausprobiert.
Inzwischen hat die Mutter von einem Sohn jedoch einen genauen Ablauf, was das Nähen ihrer Etuis angeht. «Aufgrund der Grösse entscheide ich, welches Schnittmuster ich für welchen Sack nehme. Anschliessend überlege ich mir, welcher Teil des Sacks zum Etui werden soll – dies hängt ganz vom Sujet ab, das auf dem Sack vorhanden ist. Als Letztes wird der Reissverschluss angenäht, den ich farblich den Etuis anpasse.»
Das Hobby im Vordergrund
Bis jetzt hat Jris Penna bereits 30 Etuis genäht, in unterschiedlichen Grössen. Sie möchte diese gerne zum Verkauf anbieten. «Natürlich wäre es schön, wenn ich das eine oder andere loswerde. Trotzdem soll es keine Massenproduktion werden, sondern bei einem Hobby bleiben», betont sie. Ihr Ziel ist es, den Menschen eine Freude zu bereiten. «Die Etuis können gut als kleines Geschenk verwendet werden.»
Sie habe sich überlegt, auch grössere Dinge, wie zum Beispiel Taschen, aus den Einkaufstüten zu nähen. Aufgrund der Stabilität sei dies aber riskant. «Das Material ist super für Make-up und Münzgeld. Für schwere Dinge wäre eine Tasche aus alten Plastiksäcken jedoch zu unstabil», erklärt die Nähbegeisterte.
Sie habe schon viele positive Rückmeldungen aus ihrem Umfeld erhalten, die sie motivieren. «Es ist schön, dass ich mit meinem Hobby etwas für die Umwelt tun kann», freut sich Jris Penna.

