Politik

Von morgens bis abends Kebap

Die Sommermonate waren eine kleine Zitterpartie für die türkische Familie: Kommt der Pachtvertrag mit Royal Döner zustande? Werden die Bauarbeiten beizeiten fertig? Die Unsicherheiten sind inzwischen vergessen, im Restaurant an der Kempttalstrasse herrscht Hochbetrieb.

Von morgens bis abends Kebap

Seit zwei Wochen gehen an der Kempttalstrasse 21a in Fehraltorf wieder Kebabs und Dürüms über den Tresen. «Wir wurden völlig überrannt», sagt Süleyman Polat. Er ist der Mann von Mitinhaberin Birsen Polat und kümmert sich um die Buchhaltung des Restaurants – ehrenamtlich. «Das geht gar nicht anders, bei so einem Projekt muss die Familie zusammenhalten», findet er.

Der Kebab-Riese Royal Döner hatte die Gewerbehalle und das Grundstück an der Kempttalstrasse Markus Stecher von der Firma Stecher Metallbau abgekauft, um hier das Restaurant zu bauen. Royal Döner beliefert etwa 1000 Imbissstände in der Schweiz und betreibt einige Lokale. Den Standort Fehraltorf selbst übernehmen wollte der Dönerproduzent aber nicht – er wollte auch keinen Franchise-Partner an seiner Seite.

Stattdessen unterschrieben die Fehraltorferin Birsen Polat und ihr entfernter Verwandter Süleyman Aydin den Pachtvertrag. Im August sollte die Eröffnung sein. Doch die Bauarbeiten liefen nicht ganz wie geplant, und auch die Vertragsunterzeichnung verzögerte sich (wir berichteten). Polat und Aydin konnten erst Mitte September loslegen. «Dafür war seit dem ersten Tag die Hölle los», sagt Polat, «ein Start von 0 auf 180.»

«Volles Risiko»

Anfang des Jahres war das Restaurant in Fehraltorf noch eine vage Idee für die Familie. Mitinhaber Aydin arbeitet im Royal-Döner-Restaurant in Winterthur, bekam Wind von den Bauplänen in Fehraltorf und fragte seinen Familienstrang vor Ort, ob er nicht Interesse hätte, das Lokal zu übernehmen. «Wir haben es uns gut überlegt», sagt Süleyman Polat. «Royal Döner hat das Lokal zwar gebaut und beliefert uns. Grundsätzlich sind wir aber völlig frei, wie wir was im Restaurant handhaben – und tragen damit natürlich auch das volle Risiko.»

Seit sieben Jahren wohnen er und Birsen Polat in Fehraltorf. Sie waren Stammgäste im «Big Point». Der Kebab-Imbiss musste vor über einem Jahr denselben Platz räumen, weil er keine Bewilligung mehr bekam (wir berichteten). «Danach fehlte einfach ein Kebab in Fehraltorf. Die Lücke wollten wir schliessen», so Polat.

Pacht bis 2018

«Es war schon immer mein Traum, mich selbständig zu machen», sagt Birsen Polat. Die 37-Jährige war Hausfrau und arbeitete lange als Produktionsmitarbeiterin in einer Fabrik. Jetzt hat sie die Aydin GmbH mitgegründet, um das Restaurant zu betreiben. Bis 2018 läuft der Pachtvertrag – zumindest vorerst hat Polat erreicht, wovon sie träumte.

«Ich bin erleichtert, dass wir jetzt loslegen konnten», sagt Birsen Polat. «Aber gerade bin ich vor allem müde», sagt sie und lacht, «es ist viel Arbeit jetzt am Anfang, bis sich alles eingespielt hat.» Jeden Tag ist das Lokal geöffnet: von morgens bis abends Kebab. Mitinhaber Aydin ist nicht vor Ort, er arbeitet weiterhin in Winterthur. Dafür hat Polat drei Mitarbeiter und eine Schwägerin, die immer wieder im Lokal aushilft. Polat blickt dankbar in die Küche: «Ich bin froh, dass ich ein so gutes Team habe.»

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