Politik

Für den Neubau fehlen noch 600'000 Franken

Das Pfadizentrum bei der Autobahnausfahrt Uster Nord soll in einem Jahr fertig gebaut sein. Für das vierte Haus, das auch die öffentliche Nutzung des Zentrums aufwerten soll, läuft momentan ein Spendenaufruf.

Für den Neubau fehlen noch 600'000 Franken

Mit dem Bau des vierten Hauses geht das Projekt des Ustermer Pfadizentrums in die letzte Etappe. Was 2008 mit der Aufrichte des ersten Hauses am Standort in der Winikerwiesen zwischen Autobahn und Schrebergärten begann, soll gemäss Jürg Rothmayr, Präsident der Stiftung Pfadiheime Uster-Greifensee, im Herbst 2017 vollendet sein. «Da auch beim vierten Haus bis auf die Beton-Arbeiten beinahe alles in Fronarbeit von ehemaligen Pfadis, Eltern und mit Zimmermann-Lehrlingen gemacht wird, können wir den Bau zeitlich nicht so präzise wie professionelle Bauleute planen. Aber in einem Jahr sollten wir einweihen können.»

Permanent genutzt

Das zweigeschossige Mehrzweckhaus soll im Verbund mit den bisherigen drei Häusern bezüglich Gruppenflexibilität, Aktivitätsart oder Versammlungsgrösse keine Wünsche mehr offen lassen. «Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder Nachfragen von Gruppen bis zu 100 Personen», so Rothmayr. «Mit dem vierten Haus haben solche Gruppen dann einen genügend grossen Versammlungsraum und vor allem auch eine entsprechende Küche zur Verfügung.»

Die Auslastung der zwei Pfadi-häuser sei bereits heute sehr gut. Durch den Verbund der Pfadi Uster, der Pfadi Greifensee und auch der ’Pfadi trotz allem’ Zürcher Oberland, die auf behindertengerechte Bauten angewiesen sind, ist dieser Teil des Zentrums fast permanent genutzt. Das Schlafhaus gegen Osten wird oft vermietet – zum Beispiel für Jugend + Sport-Leiterkurse, Klassenlager oder auch Gruppen, die ein paar Tage in der Kletterhalle im nahen Buchholz aktiv sein wollen. «Oder, wie kürzlich, als eine ungarische Gruppe am Greifenseelauf teilnahm und bei uns übernachtet hat», so Rothmayr.

Baracke nicht mehr möglich

Für die letzte Etappe braucht die Stiftung noch 600 000 Franken. Gemäss Spendenaufruf, der in diesen Tagen in den Briefkästen in Uster und Greifensee liegen wird und mit einem herzzerreissenden Foto eines Pfadi-Mädchens wirbt, konnten bisher 4,2 Millionen Franken aufgebracht werden. Der Löwenanteil besteht dabei aus Hypotheken (1.85 Mio.) und Spenden und Zuwendungen von externen Stiftungen und Privaten (1,115 Mio.). «Heute kann man nicht wie früher eine Pfadi-Baracke an den Wald stellen», so der Stiftungspräsident. «Es sind harte Bauauflagen wie Wärmedämmung, Brand- und Lärmschutz und behindertengerechtes Bauen einzuhalten.»

Die Stiftung musste vor dem nahen Schiessstand zudem eine Lärmschutzwand errichten, um die Benutzer vor dem Schiesslärm zu schützen. Das Pfadizentrum als Ganzes sei deshalb nicht unnötig edel, sondern zeitgemäss gebaut. «Zudem wollen wir den Bau so umweltverträglich, wie möglich gestalten.» Rothmayr ist zuversichtlich, dass das restliche Geld bis im Frühling 2017 zusammen kommt.

Keine Vermietung an Junge

Vom fertigen Pfadizentrum wird die Öffentlichkeit noch mehr als bisher profitieren können. Der Mieter kann sich aus dem Angebot aus Schlafräumen, Gruppen- und Aufenthaltsräumen, einem Mehrzweckraum und Küchen seine Bedürfnisse à la Carte zusammenstellen. «Wir suchen zwar die explizite Partyvermietung nicht», so der Stiftungspräsident, «aber ein Sommerfest mit Übernachtung mit Erwachsenen ab 25 Jahren ist durchaus möglich.»

Die Vermietung an jüngere, private Benutzer mache man nicht mehr, nachdem bei früheren Partys der Abfall liegen gelassen und übermässig Alkohol getrunken wurde. Mit der nahen Notunterkunft für Asylsuchende habe es jedoch noch nie Probleme gegeben. «Für das Sicherheitsgefühl der Pfadizentrum-Benutzer haben wir zusammen mit der Stadt Uster an der Zufahrtsstrasse Strassenlampen aufgestellt. Und die Stadtpolizei hat unser Zentrum in ihren Kontrollplan aufgenommen.» (Andreas Leisi)

 

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