Politik

Fusion zweier befreundeter Institutionen

Der Verein Meilestei und die Stiftung Ancora haben sich zusammengeschlossen. Der Gedanke dahinter: das Angebot verbreitern und mehr Flexibilität bei der Behandlung von Sucht- und psychischen Erkrankungen. Einen Abbau von Personal gibt es nicht, sagen die Verantwortlichen.

Fusion zweier befreundeter Institutionen

Zusammengearbeitet haben sie schon früher gelegentlich, nun ging man einen grossen Schritt weiter: Seit Kurzem machen der Verein Meilestei und die Stiftung Ancora gemeinsame Sache. «Wir müssen für die zuweisenden Stellen interessant bleiben», sagt Hans-Peter Lächler, Geschäftsleiter der Stiftung Ancora-Meilestei. Wenn zum Beispiel die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich oder die Sozialbehörde einer Gemeinde einen Betreuungs- und Therapieplatz suchten, dann erwarteten diese ein breites Dienstleistungsangebot. Auch die Kosten und damit der Spardruck seien immer mehr ein Thema. «Kleine Anbieter haben es deshalb je länger, je schwerer auf dem Markt», so Lächler.

150 Personen werden betreut

Mit dem Zusammenschluss verfügt die Stiftung nun über Wohn- und Arbeitsplätze in Maur, Fällanden, Wetzikon, Wil SG und auf der Forch. Mit 64 Angestellten betreut die Organisation heute rund 150 Personen mit einer Drogen- oder psychischen Erkrankung. Einen Personalabbau gebe es nicht, hält Lächler fest. Ancora habe kurz vor der Fusion mehrere neue Fachstellen geschaffen, diese seien jetzt voll ausgelastet.

Vergleichbare Ausrichtung

Für Lächler waren Ancora und Meilestei ohnehin prädestiniert für einen Zusammenschluss. Ausrichtung und Betätigungsfeld seien vergleichbar, und es gebe auch Ergänzungen, die sich aus dem Hintergrund der beiden Einrichtungen ergäben. So war die Stiftung Ancora mehr auf Menschen mit psychisch und sozial bedingten Beeinträchtigungen ausgerichtet, während der Verein Meilestei Suchterkrankungen im Fokus hatte.

Diese beiden Bereiche liessen sich manchmal nur schwer trennen, da Drogen psychische Probleme verursachen könnten, und umgekehrt hinter einer Drogensucht nicht selten eine psychische Erkrankung stehe, sagt Lächler. «Deshalb können wir nun wichtige Synergien nutzen und je nach Entwicklung des Klienten schnell und unkompliziert handeln und zum Beispiel den Betreuungsaufwand flexibel dem Bedarf anpassen.»

Erkrankungen nehmen zu

Laut Lächler ist in den letzten Jahren die Konkurrenz durch Kliniken im psychiatrischen Bereich stärker geworden. Diese bauten zunehmend eigene Therapieangebote auf und könnten die Kosten über die Krankenkassen abrechnen, während es bei Ancora-Meilestei die Gemeinden seien, die eine Rechnung erhielten. «Hier spielt halt das gegenseitige Vertrauen und der gute Ruf einer Institution eine massgebliche Rolle», sagt Lächler.

Diesbezüglich sei man auf dem richtigen Weg, weshalb mittelfristig sogar ein Ausbau des Angebots geplant sei. Dies auch vor dem Hintergrund, dass psychische Erkrankungen und zu einem gewissen Teil auch die Suchterkrankungen kontinuierlich zunähmen. «Ein Grund ist sicher der Arbeitsdruck, der immer stärker wird», so Lächler. «Und der gestiegene Cannabiskonsum gerade unter älteren Jugendlichen sowie der Konsum synthetischer Drogen mit oft unbekannten Folgen verschärfen das Problem zusätzlich.»

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