Zum Traurigsein hat Erika Burri kaum Zeit. Die Inhaberin vom Switcher-Store in Wald ist viel zu sehr damit beschäftigt, die Totalliquidation des Sortiments zu bewerkstelligen. Am Samstag wird sie ihren Laden zum letzten Mal öffnen. Nach 19 Jahren muss sie ihn aufgeben. Denn Ende Mai hat das Lausanner Kreisgericht die Schweizer Öko-Textilfirma Switcher in den Konkurs geschickt (wir berichteten).
Anzeichen für Krise
Dass der Freizeitkleiderhersteller bankrott ist, hat Burri von ihrem Aussendienstmitarbeiter erfahren. Die 60-Jährige fiel aus allen Wolken: «Ich wusste zwar, dass es Probleme gab, aber mit einem Konkurs hätte ich nicht gerechnet.» Eine Woche später folgte die offizielle Bestätigung durch Switcher per E-Mail.
Anzeichen für eine Krise hatte es schon vor zwei Jahren gegeben: Damals begannen sich die Lieferengpässe und -fehler zu häufen. «Oftmals habe ich von 80 bestellten Artikeln nur 20 erhalten», sagt Burri.
Zudem sei es wiederholt vorgekommen, dass die Textilien in den faschen Farben geliefert wurden. «Dadurch konnte ich meine Kunden nicht mehr so zuverlässig bedienen, wie sie es gewohnt waren», sagt sie. Auch die Nachlieferungsfristen zogen sich in die Länge. Eines Tages hat Switcher dann auch das Rückgaberecht für seine Artikel ersatzlos gestrichen. Gleichzeitig schrumpfte das Sortiment.

