Im kleinen Funkgerät knackt es, dann sind einige Worte zu hören. Flink zupft Markus Zürcher das Lautsprechermikrofon aus seiner Halterung. «Laut und deutlich verstanden. Guten Flug», antwortet er, dann widmet er sich wieder seinen zwei Gesprächspartnern. Links und rechts hält er sich je ein Smartphone ans Ohr. Zu allem Überfluss heissen seine Gesprächspartner auch noch beide Bruno. Das verkompliziert die Angelegenheit. Doch Zürcher geniesst diese Momente voller Betriebsamkeit, die zusammen mit dem Brummen von Flugzeugmotoren den Eindruck erwecken, als wäre man an einem grossen Flughafen.
Dabei sind die Dimensionen überschaubar. Rund 80 vorwiegend einmotorige Motorflugzeuge sowie Segelflieger sind in Fehraltorf auf dem Platz mit dem Kürzel LSZK stationiert. Die mit Bodenplatten befestigte Graspiste, die je nach Windrichtung aus verschiedenen Richtungen benützt wird, ist nur 625 Meter lang. Über Mittag darf aus Lärmschutzgründen nicht gestartet werden. Auch die Anzahl der Flüge ist auf 15 000 pro Jahr begrenzt.
Stau an der Tankstelle
Hauptberuflich als Fotograf tätig und dabei auch für den ZO/AvU unterwegs, ist Markus Zürcher einer von zwölf Flugdienstleitern, die neben Platzchef Ronny Walther für den Flugbetrieb verantwortlich sind. Das private Flugfeld Speck wird von der Flugsportgruppe Zürcher Oberland betrieben, die rund 480 Mitglieder umfasst.
Mit Sonnenbrille und Leuchtweste steht Zürcher an diesem Sonntag im August auf der Terrasse vor dem Flugdienstleiterbüro. Unter ihm rollt ein Sportflieger nach dem anderen vorbei, gibt Gas und steigt kurz darauf in den wolkenlosen Himmel. Es herrscht ideales Flugwetter. Deshalb ist viel los. So viel, dass einige Piloten mit ihren Maschinen an der Tankstelle dasselbe erleben wie Autofahrer jeweils vor dem Gotthardtunnel: Stau.Zürcher geht zur Tankanlage und versucht Struktur in die Warteschlange zu bringen, bevor die nächste Aufgabe auf ihn wartet.

